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Ärzteschaft

Coronapandemie belastet Ärzte schwer

Dienstag, 22. Februar 2022

/picture alliance, Zoonar, Robert Kneschke

Münster – Die COVID-19-Pandemie ist für Ärzte eine außerordentliche Belastung – auch, weil die Versor­gung von Patienten mit anderen Erkrankungen mitunter stark eingeschränkt war. Das geht aus einer Be­fragung hervor, an der sich 1.476 Mitglieder der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) beteiligt haben.

Initiatoren sind Andreas Goette vom St. Vincenz‐Krankenhaus Paderborn und Karl-Heinz Ladwig von der Technischen Universität München – zusammen mit dem Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) und der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Die Mehrheit (84 Prozent) der Teilnehmer der Umfrage hat selbst COVID-19-Patienten behandelt. Nach Aussage der Befragten ging dies mit großen Einschränkungen im Arbeitsalltag einher.

Rund drei Viertel fühlten sich in ihrer Arbeit beeinträchtigt und berichteten, die akute Behandlung von Nicht-COVID-19-Patienten sei eingeschränkt, wobei 52 Prozent „etwas eingeschränkt“ angaben, 29 Pro­zent „stark eingeschränkt“.

Nach Einschätzung der befragten Ärzte konnte in etwa einem Drittel dieser Fälle die Patientenwürde nicht gewahrt werden. 43 Prozent fühlten sich durch externe Vorgaben in ihrem ärztlichen Handeln behindert.

Rund 60 Prozent der Befragten fühlten sich in der Folge hilflos. Mehr als die Hälfte litt an Schlafstörun­gen und über drei Viertel berichteten über Erschöpfungssymptome und „Mitgefühlsmüdigkeit“ in der ärztlichen Arbeit.

Klinische Anzeichen einer Depres­sion zeigten sich bei zwölf Prozent der Befragten und Anzeichen einer Angststörung bei weiteren zwölf Prozent. Die Beeinträchtigungen bei den Krankenhausärzten sind laut der Auswertung ausgeprägter als bei den Niedergelassenen.

Die Teilnehmer der Befragung sind etwa zur Hälfte Krankenhaus- und zur Hälfte niedergelassene Ärzte. Sie arbeiten in Kliniken und Praxen der Fachgebiete Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Gynä­kologie sowie Kinder- und Jugendheilkunde. Die meisten von ihnen haben bereits mehr als zehn Jahre Berufserfahrung.

„Wie wir sehen, gehen die extremen Belastungen auch an erfahrenen Medizinern nicht spurlos vorüber, sondern führen zu schwer beherrschbarem psychosozialem Stress. Verbreitete Hilflosigkeit bei Ärzten, einer Berufsgruppe, die es eigentlich gewohnt ist, Situationen zu beherrschen und zu meistern, ist alarmierend“, sagte Ladwig. © hil/aerzteblatt.de

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