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Medizin

MIS-C: CDC findet keine Häufung von Kawasaki-artigen Komplikationen nach Impfungen

Mittwoch, 23. Februar 2022

/famveldman, stock.adobe.com

Atlanta – Von 21,3 Mio. Jugendlichen sind in den USA 21 kurz nach einer Impfung gegen COVID-19 an dem multisystemischen Entzündungssyndrom MIS-C erkrankt. Ein kausaler Zusammenhang ist nach An­sicht von Mitarbeitern der US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Lancet Child & Ado­les­­cent Health (2022; DOI: 10.1016/S2352-4642(22)00028-1) jedoch nicht sicher, zumal bei 15 Jugend­lichen auch eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde. Die Inzidenz der Komplikation könnte bei 0,3 Fällen auf 1 Mio. Impfungen liegen.

Das MIS-C gehört zu den hyperinflammatorischen Erkrankungen, zu denen es in sehr seltenen Fällen nach Virusinfektionen kommt und die allgemein als Kawasaki-Syndrom bezeichnet werden. Die Kinder und Jugendlichen erkranken mit hohem Fieber, einer systemischen Entzündung und Funktionsstörungen in mehreren Organsystemen.

Im Vordergrund stehen oft Kreislaufprobleme, die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich machen können. Die meisten Patienten erholen sich nach einigen Tagen, wobei noch unklar ist, ob es zu Spätschäden wie beim Kawasaki-Syndrom kommen kann. Dort können sich Aneurysmen in den Koronar­ar­terien bilden.

In den USA sind bis Ende November 2021 insgesamt 5.973 MIS-C-Fälle dokumentiert worden, wobei die meisten Patienten ungeimpft waren und zwar auch in der Altersgruppe ab 12 Jahren, in der seit Mai 2021 zur Impfung geraten wird. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen es im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung zu einer MIS-C gekommen ist. Dem Register VAERS der CDC wurden bis Ende August 2021 insgesamt 47 glaubhafte Fälle gemeldet.

Wie Anna Yousaf und CDC-Mitarbeiter aus Atlanta jetzt berichten, erfüllten nur 21 die MIS-C-Kriterien der CDC. Alle 21 Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 Jahren wurden in eine Klinik überwiesen, 17 wurden mit intravenösen Immunglobulinen, 16 mit systemischen Steroiden und 5 mit einem Immunmodulator (Anakinra oder Infliximab) behandelt.

Insgesamt 12 Patienten wurden auf eine Intensivstation verlegt, wo 8 mit Vasopressoren behandelt und 3 Patienten maschinell beatmet wurden. Nach median 6 Tagen konnten alle 21 Kinder nach Hause ent­lassen werden.

Alle Jugendlichen hatten den mRNA-Impfstoff BNT162b2 erhalten, der in den USA im Untersuchungs­zeitraum als einziger für Personen unter 18 Jahren zugelassen war. 11 Personen hatten 1 Dosis und 10 beide Dosen erhalten, als es zur MIS-C kam.

Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass 15 Jugendliche auch mit SARS-CoV-2 infiziert waren, bei 12 lag das positive Testergebnis beim Erkrankungsbeginn 14 bis 42 Tage zurück. Dieser Zeitraum wird als Latenzzeit für die MIS-C angenommen. Die anderen 3 Jugendlichen waren bereits vor 105 Tagen, 191 Tagen und 238 Tagen positiv getestet worden, was einen Zusammenhang unwahrscheinlich macht.

Die CDC-Mitarbeiter schätzen die Inzidenz für eine Impfstoff-bedingte MIS-C auf 1,0 pro Mio. Geimpfter, wenn alle Fälle berücksichtigt wurden, und auf 0,3/1 Mio., wenn nur die Fälle mit negativem SARS-CoV-2-Test gezählt wurden.

Wobei unklar bleibt, ob es die Komplikation überhaupt gibt. Es gibt nämlich keine Zahlen über die Hintergrund-Häufigkeit der Störung aus der Zeit vor der Pandemie. Es bleibt möglich, dass auch andere Virusinfektionen die MIS-C-Variante des Kawasaki-Syndroms auslösen können und die Impfstoffe hieran nicht beteiligt sind. © rme/aerzteblatt.de

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