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Ärzteschaft

Neues Konzept „Erweiterte Ambulante Versorgung“ für dünnbesiedelte Regionen

Donnerstag, 24. Februar 2022

/picture alliance, Zoonar, lev dolgachov

Tübingen – Ein neues Konzept zur medizinischen Versorgung der Menschen in dünnbesiedelten Gebie­ten hat das Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung des Uniklinikums Tübingen ge­meinsam mit einem Industriepartner vorgestellt. Den Auftrag dazu hat die Kassenärztliche Bundesverei­ni­gung (KBV) erteilt.

Die Arbeitsgruppe hat dazu das 2018 vorgestellte Konzept der Intersektoralen Gesundheitszentren (IGZ) der KBV zu einem Ansatz namens „Erweiterte Ambulante Versorgung“ (EAV) ausgebaut. Der KBV-Vor­schlag von 2018 sah vor, kleinere Krankenhäuser in ambulante Gesundheitszentren umzuwandeln, um strukturschwachen Regionen auch künftig eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung zu ge­währleisten.

„In zahlreichen Expertengesprächen mit Ärzten und Vertretern anderer Gesundheitsberufe wurde deut­lich, wie groß das medizinische Potenzial und auch der Bedarf der Patienten für eine derartige Versor­gungsform ist“, sagte Heidrun Sturm vom Universitätsklinikum Tübingen.

Das jetzt vorgestellte Konzept der EAV erarbeitet hierzu das Behandlungsspektrum und die dazu not­wen­dige Infrastruktur. Ferner werden quantitative wie auch qualitative Auswirkungen auf die Versor­gung sowie wirtschaftliche Effekte hergeleitet und eingeordnet.

Laut den Tübingern Versorgungsforschern gehören zur Zielgruppe der EAV insbesondere Patienten, die nicht die hochtechnisierte Infrastruktur eines Krankenhauses benötigen, jedoch vorübergehend nicht rein ambulant behandelt werden können, weil sie wegen einer medizinischen Maßnahme kurzfristig mehr Unterstützung oder Überwachung benötigen.

In dem Tübinger Konzept erlaubt die EAV eine Unterbringung solcher Patienten für rund drei bis fünf Nächte und adressiert vorrangig allgemeinärztlich-internistische und weitere konservative Angebote.

Eine enge Vernetzung mit existierenden regionalen Strukturen sei zwingend notwendig, weshalb die EAV nur gemeinschaftlich mit den etablierten Leistungserbringern einer Region umsetzbar sei.

„Selbst wenn man nicht die Grenzen dessen ausreizt, was medizinisch machbar ist, und Intersektorale Gesundheitszentren eher auf eine Rolle als Ersatz kleiner und nicht mehr haltbarer Krankenhäuser beschränken würde, könnten spürbare Verbesserungen der Versorgungssituation erreicht werden“, sagte der Gesundheitsökonom Andreas Schmid von dem Beratungsunternehmen Oberender. Zudem zeigten die Ergebnisse, dass eine Investition in Versorgungsqualität nicht zwingend mit Mehrkosten einhergehe. © hil/aerzteblatt.de

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