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Medizin

Bluttest auf Morbus Alzheimer erweist sich als zuverlässig

Mittwoch, 23. Februar 2022

/totojang1977, stock.adobe.com

St. Louis/Missouri – Bluttests, die Spaltprodukte von Amyloid-Proteinen mit hoher Präzision nachweisen, könnten die Diagnose eines Morbus Alzheimer erleichtern. Ein in den USA bereits zugelassener Test hat in einer internationalen Studie in Neurology (2022; DOI: 10.1212/WNL.0000000000013211) eine hohe Übereinstimmung mit den Ergebnissen einer Positronen-Emissions-Tomographie erzielt.

Die Neurofibrillen und Beta-Amyloide, die die histologischen Kennzeichen des Morbus Alzheimer sind, gelangen teilweise über den Liquor auch ins Blut. Die Versuche, daraus einen Bluttest zu entwickeln, sind lange fehlgeschlagen, weil die verwendeten ELISA-Tests zu ungenau waren. Dies hat sich mit der Ent­wicklung der Immunpräzipitations-Massenspektrometrie geändert.

Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis/Missouri haben einen Test entwickelt, der die Beta-Amyloide Abeta42 und Abeta40 in hoher Präzision im Blut nachweist. Seine Zuverlässigkeit wurde an 465 Teilnehmern von 3 Kohortenstudien aus den USA, Schweden und Australien überprüft. Dort wurde die Diagnose eines Morbus Alzheimer mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gestellt.

Diese heutige Standarduntersuchung wird wegen der hohen Kosten von 5.000 bis 8.000 US-Dollar nur selten durchgeführt – zum einen weil PET-Geräte nicht weit verbreitet sind, zum anderen bliebe die Alz­heimer-Diagnose derzeit ohne Konsequenzen. Denn mit Ausnahme des in der Wirkung umstrittenen und in Europa nicht zugelassenen Antikörpers Aducanumab (Aduhelm) gibt es derzeit keine effektive Thera­pie des Morbus Alzheimer.

Damit sich dies ändert, wird ein kostengünstiger Test benötigt. Er würde zunächst eingesetzt, um Patien­ten auszuwählen, an denen neue Wirkstoffe erprobt werden. Der von dem Team um Randall Bateman entwickelte Test könnte dazu in der Lage sein. Er erzielte in der ROC-Kurve, die Sensitivität und Spezifität kombiniert, einen AUC-Wert von 0,84, der mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,80 bis 0,87 verlässli­che Ergebnisse liefert.

Bei Kenntnis des APOE e4-Status verbesserte sich die AUC auf 0,88 (0,85-0,91). Wenn zusätzlich noch eine Liquoranalyse durchgeführt wird, kann der Wert auf 0,93 (0,89-0,97) gesteigert werden. Dies kommt dem maximalen AUC von 1,0, der eine eindeutige Diagnose anzeigt, schon sehr nahe und könnte in Stu­dien die Zahl der PET-Untersuchungen, die zur Bestätigung eines Verdachts durchgeführt werden müss­ten, deutlich senken.

In den USA ist der Test bereits zugelassen. Der Hersteller bietet ihn für etwa 500 US-Dollar an. Wie viele Patienten dieses Angebot annehmen, das außer der Zuversicht, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden, keinen Nutzen hat, ist nicht bekannt. © rme/aerzteblatt.de

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