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Eltern mit Kinderkrankengeld fallen aufgrund psychischer Belastung häufig aus

Freitag, 25. Februar 2022

/Racle Fotodesign, stock.adobe.com

Berlin – Im vergangenen Jahr haben deutlich mehr berufstätige Eltern Kinderkrankengeld bezogen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Demnach stiegt die Anzahl der AOK-Mitglieder, die diese Leistung in Anspruch nahmen, im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent. Dabei wurde Kinderkrankengeld besonders während der vierten Coronawelle in den Monaten Oktober und November 2021 genutzt.

Zudem zeigt die WIdO-Auswertung, dass Eltern, die Kinderkrankengeld beansprucht haben, auch im Jahr 2021 vermehrt wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig waren: Der Anteil psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeitsfälle lag in dieser Gruppe fast ein Viertel (24,2 Prozent) höher als in der Vergleichs­gruppe aller AOK-versicherten Erwerbstätigen. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den Muskel- und Ske­lett- und den Atemwegserkrankungen.

Eltern mit Kinderkrankengeld fielen wegen einer psychischen Erkrankung im Durchschnitt zwar häufiger aus, waren jedoch weniger Tage arbeitsunfähig als Erwerbstätige mit psychisch bedingter Arbeitsunfä­hig­keit und ohne Bezug von Kinderkrankengeld: Sie fielen pro Fall 6,7 Tage weniger aus (20,3 Tage je Fall) als die Vergleichsgruppe aller AOK-Mitglieder mit einer identischen Alters- und Geschlechtsstruktur (27,0 Tage je Fall).

„Dass diese Eltern häufiger psychisch erkranken, lässt eine erhöhte Belastung vermuten“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Es sei anzunehmen, dass das erweiterte Kinder­krankengeld geholfen hat, die großen pandemiebedingten Belastungen besser zu bewältigen.

Insgesamt ist die Akzeptanz des Kinderkrankengeldes in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestie­gen: Während im Jahr 2012 nur 2,1 Prozent aller AOK-Mitglieder das Kinderkrankengeld nutzten, waren es 2021 bereits 4,4 Prozent.

Somit haben von den 14,6 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern circa 634.500 mindestens einmal Kinderkrankengeld in Anspruch genommen.

Nach wie vor sind es vor allem die Mütter, die ihr krankes Kind pflegen: Ihr Anteil an allen AOK-Mit­glie­dern lag 2021 bei 6,7 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei den Männern.

Jedoch steigt der Anteil der Männer, die Kinderkrankengeld beanspruchen: Während 2012 nur 0,9 Prozent aller männlichen AOK-Mitglieder Kinderkrankengeld nutzten, waren es 2021 bereits 2,5 Prozent.

Der Analyse des WIdO liegen die Daten von knapp 14,6 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern zu­grunde, die 2021 in mehr als 1,6 Millionen Betrieben beschäftigt waren. © hil/sb/aerzteblatt.de

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