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Medizin

Gelenkschmerzen häufigste Ursache zur Einnahme von Analgetika bei Psoriasis-Arthritis

Dienstag, 15. März 2022

/Iri-s, stock.adobe.com

Kopenhagen – Patienten mit Psoriasis-Arthritis nehmen aufgrund von Gelenkschmerzen häufiger Analge­tika ein als im Vergleich zu Psoriasispatienten mit Hautschmerzen. Etwa 20 % der Patienten mit Psoriasis entwickeln im Krankheitsverlauf auch eine Gelenkbeteiligung.

In welchem Ausmaß Hautschmerzen bei Psoriasis oder Gelenkschmerzen bei Patienten mit Psoriasis-Ar­thritis zu einem höheren Gebrauch von Analgetika führen, untersuchten dänische Forscher anhand einer Querschnittsstudie (Journal of the American Academiy of Dermatology 2021; DOI: 10.1016/j.jaad.2021.07.028) mit 4.016 Psoriasispatienten (mittleres Alter: 59,4 ± 14,4; 56 % weibl.), wo­von 847 (21,1 %) gleichzeitig an PsA erkrankt waren, sowie 3.490 Kontrollen aus der Bevölkerung (mittle­res Alter: 54,7 ± 17,6; 55 % weibl.).

Die Ausprägung der Psoriasis wurde bei 47,0 % der Studienteilnehmer als leicht, bei 25,4 % als mittel­schwer und bei 27,6 % als schwer eingestuft.Der Anteil der Patienten mit Psoriasis, die über mäßigen bis starken Juckreiz berichteten, betrug 34 % in der Kohorte mit PsA und 30 % bei Psoriasispatienten (p=0,022). 30 % der Patienten mit PsA und 21 % der Psoriasispatienten (p<0,0001) berichteten über mittelschwere bis starke Hautschmerzen.

Bei 69 % der Patienten mit PsA und 45 % der Psoriasispatienten wurden mittelschwere bis starke Ge­lenk­schmerzen (p<0,0001) dokumentiert. Mittelschwere bis starke Hautschmerzen, Gelenkschmerzen und Juckreiz wurden auch in der Allgemeinbevölkerung mit einem jeweiligen Anteil von 7 %, 35 % und 10 % verzeichnet.

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass der Anteil an Psoriasispatienten mit Gelenkschmerzen (45 %) höher war als in der Allgemeinbevölkerung (35 %). Dieses deutet darauf hin, dass die Diagnose PsA wahrscheinlich nicht häufig genug gestellt wird, geben die Studienautoren zu bedenken.

Bei fast der Hälfte (47,6 %) der Psoriasis und PsA-Patienten hatte die Erkrankung keine Wirkung auf den DLQI (Dermatology Life Quality Index). Die andere Hälfte war hinsichtlich des DLQI zu den Anteilen 30,3 % gering, 12,7 % moderat und 8,3 % sehr groß und 1,2 % extrem stark beeinträchtigt.

Der allgemeine Gesundheitszustand war bei Patienten mit Psoriasis im Vergleich zur Allgemeinbevölke­rung signifikant schlechter, genauso wie im Vergleich zwischen PsA und Psoriasis unabhängig vom Schwe­regrad der Psoriasis (p jeweils <0,001).

Die Diagnose PsA sowie die Symptome Juckreiz, Hautschmerzen und Gelenkschmerzen waren mit einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand assoziiert, wobei Gelenkschmerzen die größten Auswir­kungen hatten, betonen die Studienautoren.

Patienten mit Psoriasis verwendeten öfter Analgetika [z.B. NSAIDs (Non-steroidal antiinflammatory drugs), Paracetamol und Opioide] als die Kohorte aus der Allgemeinbevölkerung und PsA-Patienten wiederum mehr als Psoriasispatienten ohne Gelenkbeteiligung.

Die Einnahme mehrerer Analgetika gleichzeitig war mit einer zunehmenden Schwere der Symptome von Haut und Gelenke verbunden. Unter den Symptomen waren allerdings nur Gelenkschmerzen am Ein­deutigsten mit der Verwendung von Analgetika assoziiert (Odds Ratio, 3,72 (2,69-5,14); p<0,0001).

Innerhalb der letzten 12 Monate kamen zum Beispiel Opioide in der Allgemeinbevölkerung bei 9,0 % zum Einsatz. Dieser Anteil lag bei Psoriasispatienten bei 14,2 % und bei 22,7 % in der PsA-Kohorte. Der höhere Gebrauch von Analgetika, insbesondere Opioiden, in der gesamten Psoriasiskohorte deutet womöglich eine Art Unterversorgung an, heben die Studienautoren hervor.

Trotz dem Symptome, wie Juckreiz, Hautschmerzen und Gelenkschmerzen die Lebensqualität der Psori­asispatienten stark beeinträchtigen, waren in dieser Studie nur Gelenkschmerzen mit einem erhöhten Einsatz von Analgetika assoziiert, so das Fazit der Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de

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