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Umfrage: Generelle Zustimmung zu Organspenden weiter hoch

Montag, 28. Februar 2022

/picture alliance, Fotostand, K. Schmitt

Berlin – Die grundsätzliche Zustimmung zu Organspenden in Deutschland ist einer Umfrage zufolge weiterhin hoch – ihre konkrete Bereitschaft dazu erklärt haben aber weniger Bundesbürger. Das Thema generell „eher positiv“ sehen 86 Prozent der Befragten, wie die Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergab. Einen ausgefüllten Organspendeausweise haben demnach nach eigenen Angaben 41 Prozent.

Ab morgen greifen gesetzliche Neuregelungen mit dem Ziel, dass mehr Menschen konkret über eine Spende nach dem Tod entscheiden. Der geplante Start eines neuen Bürgerregisters, in dem man eigene Erklärungen speichern kann, verzögert sich aber.

Bei den Einstellungen zu Organspenden gibt es der Umfrage zufolge auch Unterschiede je nach Alter – tendenziell mehr Jüngere stehen dem Thema generell „eher positiv“ gegenüber. Selbst einen ausge­füllten Organspendeausweis haben nach eigenen Angaben 49 Prozent der 18- bis 39-Jährigen, bei Men­schen ab 60 Jahren sind es 32 Prozent. Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge 1.000 Men­schen ab 18 Jahren vom 30. November bis 15. Dezember telefonisch vom Institut Forsa befragt.

TK-Vorstandschef Jens Baas sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Entscheidung für oder gegen eine Organspende sei sehr persönlich. Es sei wichtig, dass sich jede und jeder über das Thema informiere und eine individuelle Entscheidung dann auch dokumentiere – etwa auf Organspendeausweisen oder pers­pek­tivisch in einem Onlineregister.

Der ursprünglich vorgesehene Start des Registers zum 1. März wird nicht erreicht, wie das Bundesge­sund­heitsministerium (BMG) mitgeteilt hatte. Den Betrieb aufnehmen soll es nun frühestens Ende des Jahres.

Hintergrund sei, in der Coronapandemie eine weitere Belastung der Kliniken durch technisch-organisa­torische Vorarbeiten zu vermeiden, die mit ihrer Anbindung ans Register einhergehen würden. Es ist ein Kernelement einer Reform, die der Bundestag 2020 beschlossen hatte.

Generell sollen künftig alle Bürgerinnen und Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema angesprochen werden. Wer ab dem Alter von 16 Jahren einen Personalausweis oder einen Pass bean­tragt, soll auf dem Amt Informationsmaterial bekommen. Hausärzte sollen Patienten auf Wunsch alle zwei Jahre über Organspenden informieren und – ergebnisoffen – zum Eintragen ins Register ermun­tern. Grundwissen soll Teil der Erste-Hilfe-Kurse vor Führerscheinprüfungen werden.

Die Reform geht auf die Initiative einer Abgeordnetengruppe um die heutige Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und die damalige Linke-Chefin Katja Kipping zurück. Das Gesetz tritt zum 1. März in Kraft. Ziel ist, angesichts von gut 8.400 Menschen auf Wartelisten zu mehr Organspenden zu kommen.

Im vergangenen Jahr gaben 933 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe – 2,2 Prozent mehr als 2020, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ermittelte. Die Zahl der entnommenen Organe ging jedoch um 1,2 Prozent auf 2905 zurück. © dpa/aerzteblatt.de

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