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Medizin

„Global Burden of Disease“-Studie: Arthrosen werden weltweit häufiger

Freitag, 25. März 2022

/crevis, stock.adobe.com

Peking – Weltweit leiden mehr als eine halbe Milliarde Menschen unter einer chronischen Arthrose. Eine Analyse der „Global Burden of Disease-Studie“ in Arthritis & Rheumatology (2022; DOI: 10.1002/art.42089) zeigt, dass die Gelenkerkrankungen vor allem in den wohlhabenden Ländern zugenommen haben, wofür neben der höheren Lebenserwartung vor allem die Zunahme des Body-Mass-Index in der Bevölkerung verantwortlich sein dürfte. Frauen erkranken weltweit häufiger als Männer.

Eine frühere Analyse der „Global Burden of Disease“-Studie hatte bereits gezeigt, dass Arthrosen die 17. häufigste von 369 untersuchten Erkrankungen ist. Weltweit litten 2019 schätzungsweise 527,81 Mio. Menschen unter chronischem „Gelenkverschleiß“, wobei Erkrankungen der Wirbelsäule noch nicht einmal mitgezählt wurden. Gegenüber dem Jahr 1990, als eine frühere Studie 247,51 Mio. Arthrosepatienten gezählt hat, bedeutet dies eine Verdoppelung, die allerdings zum großen Teil auf das Bevölkerungs­wachs­tum und die Zunahme der Lebenserwartung zurückzuführen ist.

Einen fairen Vergleich ermöglicht die altersstandardisierte Prävalenz (ASR), die ein Team um Jianhao Lin von der Volksklinik der Universität Peking jetzt für die einzelnen Weltregionen ermittelt hat. Insgesamt stieg die ASR der Arthrose von 6.173,38 pro 100.000 Menschen im Jahr 1990 auf 6.348,25 pro 100.000 im Jahr 2019, was eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 0,12 % bedeutet.

Am stärksten war die Zunahme bei den Kniegelenkarthrosen mit 0,32 %/Jahr vor Hüftarthrosen mit 0,28 %/Jahr. Betroffen sind demnach vor allem die Gelenke, die das Körpergewicht tragen müssen, was auf Übergewicht und Adipositas als entscheidende Faktoren hinweist.

Die ASR der Handgelenkarthrosen ist in den letzten 3 Jahrzehnten dagegen gefallen. Dies könnte auf einen Rückgang von schweren rheumatischen Erkrankungen beziehungsweise deren bessere Behandlung hinweisen. Ein Zusammenhang wurde in der Studie allerdings nicht untersucht.

Die meisten Arthrosen gibt es in den USA. Die ASR ist dort 2,64-fach höher als in Osttimor, dem Land mit der geringsten Prävalenz. Der Unterschied dürfte mit der in den USA weitaus häufigeren Adipositas in Verbindung stehen.

Die ASR steigt mit dem Wohlstand eines Landes. Am stärksten angestiegen ist die ASR in den Vereinigten Arabischen Emiraten (plus 1.069,81 %), während es in Georgien als weltweit einzigem Land zu einem Rückgang (-5,90 %) kam.

Die Erkrankung nimmt mit dem Alter, sprich den Jahren der Beanspruchung und Überlastung zu. Aber auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Frauen erkranken mit 317,44 Mio. versus 210,37 Mio. Betroffenen deutlich häufiger als Männer. Die Ursachen sind nicht bekannt. Östrogene, deren Produktion in den Jahren der steigenden Prävalenz der Arthrosen abnimmt, scheinen nicht der Auslöser zu sein.

Die Anatomie könnte bei Hüft- und vor allem bei Kniearthrosen eine Rolle spielen. Frauen haben ein breiteres Becken. Dies bedingt eine vermehrte X-Beinstellung, weshalb Frauen (nach anderen Studien fast 3-fach) häufiger an einer Valgusgonarthrose erkranken. Bei Übergewicht und Adipositas könnte sich dieser Nachteil verstärken. © rme/aerzteblatt.de

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