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Medizin

Einsamkeit ist in vielen Ländern (auch) ein ernstes Gesundheitsproblem

Donnerstag, 3. März 2022

/jessicahyde, stock.adobe.com

Sydney – Einsamkeit ist in vielen Ländern stark verbreitet und stellt ein ernstes Gesundheitsproblem dar. Das berichtet eine Wissenschaftlergruppe der Universität von Sydney im British Medical Journal (BMJ 2022; DOI: 10.1136/bmj-2021-067068). Die Forscher fordern die Regierungen auf, Einsamkeit als Problem der öffentlichen Gesundheit gezielter zu bekämpfen.

Die Arbeitsgruppe fand für ihre Metaanalyse 57 Beobachtungsstudien, die nationale Schätzungen der Einsamkeit aus 113 Ländern oder Territorien für den Zeitraum 2000 bis 2019 enthielten. Danach war die Prävalenz der Einsamkeit in den nordeuropäischen Ländern am niedrigsten (2,9 % für junge Erwachsene, 2,7 % für Erwachsene mittleren Alters und 5,2 % für ältere Erwachsene) und in den osteuropäischen Ländern am höchsten (7,5 % für junge Erwachsene, 9,6 % für Erwachsene mittleren Alters und 21,3 % für ältere Erwachsene).

Die Autoren räumen ein, dass ihre Untersuchung mit Einschränkungen verbunden war, zum Beispiel wegen unterschiedlicher Stichprobenverfahren und Messmethoden in den Studien. Außerdem sei die Datenerfassung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen schlechter. In Anbetracht der negativen Auswirkungen der Einsamkeit auf die Gesundheit und die Lebenserwartung unterstreichen die Autoren jedoch die Dringlichkeit, Einsamkeit als wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit zu behandeln.

Einsamkeit verursacht hohe Kosten für den Einzelnen und die Gesellschaft und sollte eine politische Priorität sein, argumentieren auch Roger O’Sullivan und Kollegen vom Institute of Public Health in Irland in einem Editorial zum Thema (BMJ 2022; DOI: 10.1136/bmj.o280). Sie weisen darauf hin, dass die Coronapandemie mit dem Mythos aufgeräumt habe, Einsamkeit sei nur ein Problem älterer Menschen. Das Gesundheits­we­sen müsse dies berücksichtigen und Ansätze gegen Einsamkeit verfolgen, die sich über die gesamte Lebensspanne erstreckten. © hil/aerzteblatt.de

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