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Politik

IQWiG sieht erheblichen Zusatznutzen von Sacituzumab Govitecan bei triple-negativem Brustkrebs

Donnerstag, 3. März 2022

/picture alliance, empics, Rui Vieira

Köln – Patientinnen und Patienten mit einem triple-negativen Mammakarzinom haben einen Überle­bens­vorteil durch eine Therapie mit dem neuen Wirkstoff Sacituzumab Govitecan. Zu diesem Ergebnis gelangt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer frühen Nutzenbewertung. Das Institut sieht einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie.

Brustkrebs wird in Subtypen unterteilt, basierend darauf, wie viele Östrogenrezeptoren, Progesteronre­zep­toren oder humane epidermale Wachstumsfaktorrezeptoren 2 (HER2) auf der Oberfläche der Krebs­zellen vorhanden sind. Der triple-negative Brustkrebs weist niedrige Spiegel aller drei Rezeptoren auf. Damit entfallen wichtige Zielstrukturen für die Tumortherapie. Etwa 15 bis 20 Prozent aller Mamma­karzinome sind triple-negativ. Triple-negativer Brustkrebs hat ein hohes Metastasierungs- und Rezidiv­risiko sowie eine schlechte Prognose. Er tritt vor allem bei jungen Frauen auf.

Sacituzumab Govitecan ist ein neuer Wirkstoff zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit nicht chirurgisch entfernbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom, die zuvor zwei oder mehr systemische Therapien erhalten haben, darunter mindestens eine gegen die fortgeschrittene Erkrankung.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat: Die Antikörperkomponente bindet auf der Oberfläche der Krebszelle an ein Protein namens Trop-2, das bei triple-negativem Brustkrebs in hohen Konzentrationen vorhanden ist. Wenn der Antikörper des Wirkstoffes (Sacituzumab) und Trop-2 interagieren, wird das gesamte Antikörper-Wirkstoff-Konjugat in die Krebszelle gezogen. In der Zelle wird der mit dem Antikörper verbundene Wirkstoff, das Chemotherapeutikum SN-38 (Govitecan), freigesetzt, um die Krebszelle abzutöten.

Die IQWiG-Arbeitsgruppe hat in ihrer frühen Nutzenbewertung untersucht, ob die Monotherapie mit Sacituzumab Govitecan den Patientinnen und Patienten einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmä­ßigen Vergleichstherapie bietet. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte diese als eine Chemo­therapie mit Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin oder gegebenenfalls eine anthrazyklin- oder taxanhaltige Therapie festgelegt.

Die IQWiG-Bewertung stützt sich auf eine randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 529 einge­schlossenen Patientinnen und Patienten. Die Kölner Arbeitsgruppe sieht beim Studienendpunkt „Gesamtüberleben“ einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen (11,8 Monate in der Inter­ventions- gegenüber 6,7 in der Kontrollgruppe). Darüber hinaus zeigen sich bei der Behandlung mit Sacituzumab Govitecan laut dem IQWiG weniger Nebenwirkungen.

Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigen sich laut der Bewertung ausschließlich Vorteile von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Zusammenfassend sieht das IQWiG deshalb für die entsprechende Patientengruppe einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. © hil/aerzteblatt.de

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