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Fachgesellschaft fordert Nachbesserung an neuem Organspendegesetz

Freitag, 4. März 2022

/picture alliance, ANP, lex van lieshout fotografie

Hannover – Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) hat dringend angemahnt, das neue Gesetz zur Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende nachzubessern. Konkret geht es darum, Mitarbeiter von Gewebespendeeinrichtungen als auskunftsberechtigte Personen, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ernannt werden, zu berücksichtigen.

Das neue Gesetz zur Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende ist am 1. März in Kraft getreten. Es soll die Situation in der Organspende verbessern und dem Mangel an Transplantaten entgegenwirken. Mit eingeschlossen ist dabei auch die Gewebespende. Entsprechend umfasst das mit dem Gesetz verbun­dene Onlineregister, welches das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zurzeit einrichtet, sowohl die Dokumentation der Entscheidung zur Organspende als auch zur Gewebespende.

Das Bundesinstitut verteilt für den Zugriff auf dieses Register sogenannte Verordnungsermächtigungen an ausgewählte Personen, um im Einzelfall die Entscheidung des potentiellen Spenders zu überprüfen. Dabei völlig außer Acht gelassen und im Gesetz nicht mit berücksichtigt sind laut DGFG Mitarbeiter von Gewebespendeeinrichtungen.

„Ändert sich an dem bereits in Kraft getretenen Gesetz bis zum Registerstart nichts mehr, besteht die Gefahr, dass eine Vielzahl an Gewebespenden nicht mehr realisiert werden kann und sich damit die Patientenversorgung mit Gewebetransplantaten in Deutschland erheblich verschlechtert“, heißt es dazu aus der Gesellschaft.

Denn das neue Gesetze sehe vor, dass die Auskunft aus dem Online-Register nur an einen Arzt oder Transplantationsbeauftragten erfolgen darf, der 1. „von einem Krankenhaus dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als auskunftsberechtigt benannt wurde“ und 2. „weder an der Ent­nahme noch an der Übertragung der Organe und Gewebe des möglichen Organ- oder Gewebe­spenders beteiligt ist und auch nicht Weisungen eines Arztes untersteht, der an diesen Maßnahmen beteiligt ist“ (TPG § 2a Absatz 4).

Somit dürften Mitarbeiter der DGFG selbst keine Auskunft aus dem Register erhalten. Der Arzt oder Transplantationsbeauftragte dürfe zwar die Information an eine Gewebespendeeinrichtung weitergeben. Die DGFG befürchtet an dieser Stelle jedoch, dass die Bereitschaft zur Auskunft über die im Register hinterlegten Informationen zur Gewebespende bei den Ärzten schwindet.

„Ist der Prozess jedes Mal an die Verfügbarkeit eines Arztes oder Transplantationsbeauftragten zusätzlich gebunden, kostet dies Zeit und vermutlich auch den Erfolg der Gewebespende“, warnte die DGFG. © hil/sb/aerzteblatt.de

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