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Medizin

Patientenmerkmale und Krankheitslast bei Alopecia areata

Dienstag, 29. März 2022

/Alex Papp, stock.adobe.com

Kopenhagen – In einer dänischen Kohorte ist der Anteil von Patienten mit schwerer Ausprägung bei Alopecia areata (AA) relativ hoch, was den Bedarf an weiteren Forschungsaktivitäten und optimierten Versorgungsstrategien unterstreicht.

Alopecia areata ist charakterisiert durch einen entzündlich bedingten Haarausfall auf der Kopfhaut zum Beispiel mit lokal begrenzten kahlen Bereichen (kreisrund oder oval) ohne zu vernarben. Der Verlauf von AA ist schwer vorhersagbar und von Rezidiven geprägt. Die Erkrankung ist mit verschiedenen Auto­immunerkrankungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen und Vitiligo) und atopischen Erkrankungen assoziiert.

Um die derzeitigen Kenntnisse zu Prävalenz, Patientencharakteristika und Belastung weiter auszubauen, befragten dänische Forscher insgesamt 1.494 Patienten mit AA zu Demografie, Biometrie, Lebensstil­faktoren und Hauttyp (BMJ 2022; DOI: 10.1136/bmjopen-2021-053137). Die Diagnose AA wurde zuvor von Derma­tologen bei allen Patienten bestätigt.

Die Kohorte war deutlich weiblich dominiert (67 %) und das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 51,3 (±16,0) Jahre. Die meisten waren kaukasischer Herkunft (92,5 %) mit Fitzpatrick-Hauttypen von 1-3. Nur 6,5 % bzw. 1,0 % der Befragten berichteten über einen Hauttyp 4 und 5.

Der mittlere Body-Mass-Index und der Anteil an Raucher waren mit der Allgemeinbevölkerung vergleic­h­bar. Die AA setzte durchschnittlich im Alter von 32,7 (±17,6) Jahre ein und 72,4 % der Patienten erhiel­ten die Diagnose innerhalb von einem Jahr. 12 % gaben an, ein Familienmitglied 1. Grades mit AA zu haben.

66,9 % der AA-Patienten berichteten, dass sie im vergangenen Jahr immer noch Symptome hatten. So fehlten bei 31,4 % der Patienten alle oder fast alle Haare auf der Kopfhaut, 32,2 % hatten keine oder kaum Wimpern und 36,2 % hatten keine oder kaum Augenbrauen und 47,2 % berichteten, dass die Fin­gernägel oder Zehennägel nicht betroffen waren. Die Studienautoren heben unter diesen Ergeb­nissen hervor, dass der Anteil von 31,4 % mit besonders schwerer Ausprägungsform (95 % -100 % Haar­ver­lust auf der Kopfhaut) relativ hoch ist.

Der mittlere DLQI (Score von 0-30) betrug in dieser Kohorte 2,1 (±3,7). Da das Ergebnis überraschender Weise ziemlich niedrig ist, argumentieren die Autoren, dass Patienten mit aktiver progressiver Erkran­kung wahrscheinlich stärker betroffen seien, als Patienten im „steady state“, die zum Zeitpunkt Befra­gung schon jahrelang betroffen waren.

Darüber hinaus geben die Studienautoren zu bedenken, dass der DLQI nicht speziell für AA konzipiert wurde und hauptsächlich Hautsymptome, wie Juckreiz und Schmerz abfragt und nicht auf die speziellen Symptome im Zusammenhang von AA eingeht.

Diese Studie soll als Grundlage für aufbauende Studien dienen, um ganzheitlicheres Verständnis von AA zu gewinnen und das Bewusstsein für diese Störung zu schärfen und personalisierte Behandlungs­strategien zu ermöglichen. Da die meisten Patienten Symptome aufwiesen (66,9 %) und über 30 % der Befragten 95 %-100 % ihrer Kopfhaare verloren hatten, sind weitere Forschungsaktivitäten zur Etablierung von besseren Versorgungsstrategien angebracht, so das Fazit der Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de

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