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EU-Förderung für robotische Mikrochirurgie in Münster

Donnerstag, 10. März 2022

/ipopba, stock.adobe.com

Münster – Eine Arbeitsgruppe aus der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie vom Institut für Muskuloskelettale Medizin der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster will in den kom­menden Jahren einen neuartigen und speziell für die Mikrochirurgie entwickelter Operationsroboter mit einem robotischen Mikroskop vernetzen.

Die Europäische Union fördert das Projekt mit mehr als 1,1 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Initiative „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“, kurz REACT-EU.

„Der OP-Roboter kann kleinste Strukturen operieren. Durch eine Art Joystick, den der Operateur in der Hand hält, werden die Bewegungen des Operateurs mittels einer Software optimiert“, erläuterte der Pro­jektleiter Maximilian Kückelhaus. Kleinste Zitterbewegungen könnten so herausgerechnet und die Mo­torik präzisiert werden.

In einem zweiten Schritt will das Team ein robotisches Mikroskop integrieren. Mehrere Kameras, die an einem Roboterarm angebracht sind, sollen damit ein dreidimensionales Bild vor den Augen des Opera­teurs erzeugen. „So kann man alles sehen, was der Roboter sieht – und das ist deutlich mehr als das, was das menschliche Auge wahrzunehmen vermag – und gleichzeitig über die eigenen Kopfbewegungen den Roboter steuern“, so Kückelhaus.

Nicht nur die verbesserte Motorik und Visualisierung sprechen für Digitalisierung und künstliche Intelli­genz in der Chirurgie: „Eine stundenlanger mikrochirurgischer Eingriff am OP-Tisch ist nicht besonders ergonomisch. Der Chirurg wird müde, die Konzentration und Präzision können irgendwann nachlassen. Auch hier schaffen Roboter Abhilfe“, so der Experte.

Ersetzt werde der Beruf des Chirurgen aber nicht – auf sein Geschick und seine Erfahrung komme es weiterhin an, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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