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Medizin

Subtyp BA.2: Virustatika weiter wirksam, deutliche Unterschiede bei Antikörperprä­paraten

Freitag, 11. März 2022

/cherezoff, stock.adobe.com

Tokio – Die Unterschiede von BA.2 zur originalen Omikron-Variante beeinflussen die Wirksamkeit von Antikörperpräparaten. Bei einigen hat die neutralisierende Wirkung weiter nachgelassen, während andere nach den jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM 2022; DOI: 10.1056/NEJMc2201933) veröffentlichten Laborergebnissen wieder wirksam sein könnte. Die gute Nachricht ist, dass die Wirk­samkeit der Virostatika wie bei anderen Omikron-Subtypen erhalten bleibt.

Die neutralisierende Wirkung der Antikörperpräparate hängt vor allem von der Rezeptor-Bindungs-Do­mäne des Spikeproteins von SARS-CoV-2 ab. Denn Antikörper, die hier binden, können den Eintritt der Viren in die Zellen am ehesten stoppen.

Der Subtyp BA.2, der sich auch in Deutschland durchzusetzen scheint, unterscheidet sich vom SARS-CoV-2-Wildtyp in 16 Aminosäuren. In 12 der 16 Aminosäuren gleichen sich BA.2 und die originale BA.1-Variante von Omikron. Bei den anderen 4 Aminosäuren (S371F, T376A, D405N und R408S) gibt es Unterschiede.

Ein Team um Yoshihiro Kawaoka von der Universität Tokio hat an lebenden Viren untersucht, was dies für die Wirksamkeit der Antikörperpräparate bedeuten könnte. Für Etesevimab und Bamlanivimab fallen die Ergebnisse vernichtend aus. Beide Antikörper, die bereits gegen BA.1 unwirksam waren, können auch BA.2 nicht neutralisieren.

Imdevimab ist ebenfalls von einem Wirkungsverlust bedroht, auch wenn die neutralisierende Wirkung besser war als gegen BA.1. Nach den von Kawaoka vorgestellten Ergebnissen war die neutralisierende Wirkung gegen BA.2 nur um den Faktor 22,5 schwächer als gegen den Wildtyp. In der Kombination mit Casirivimab, die in Deutschland als Ronapreve zugelassen ist, war die neutralisierende Wirkung dagegen um den Faktor 63,1 schwächer als gegen den Wildtyp.

Bei der Kombination aus Tixagevimab und Cilgavimab, die als Evusheld zugelassen ist, war die neutra­lisierende Wirkung nur um den Faktor 4,2 schwächer, was auf eine gute Wirksamkeit hindeutet. Vor allem die Komponente Cilgavimab scheint BA.2 gut zu erkennen.

Der Antikörper Sotrovimab, dessen Wirksamkeit bereits gegen BA.1 abgefallen war, erzielte auch gegen BA.2 nur eine schwache neutralisierende Wirkung, die 49,7-fach schwächer war als gegen den Wildtyp.

Die Wirksamkeit der Virustatika Remdesivir, Molnupiravir und Nirmatrelvir bleibt dagegen erhalten. Diese Mittel hemmen die Replikation der Viren in den Zellen. Bei der RNA-Polymerase, die diese Aufgabe erle­digt, gibt es in den Omikron-Varianten kaum Unterschiede zum Wildtyp.

Die Empfindlichkeit der 3 Wirkstoffe (beziehungsweise ihrer aktiven Metabolite) ist nach den von Kawaoka vorgestellten Ergebnissen nicht wesentlich herabgesetzt. © rme/aerzteblatt.de

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