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116117: Telefonische Ersteinschätzung dauert im Schnitt 150 Sekunden

Mittwoch, 16. März 2022

/dpa

Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat eine erste Auswertung dazu be­reitgestellt, mit welchen Beschwerden und Symptomen sich Patienten bei der Bereitschaftsdienst­tele­fonnummer 116117 melden.

Danach sind 2021 1.219.447 Anrufende bei der 116117 mit Hilfe der sogenannten Strukturierten medi­zinischen Ersteinschätzung in Deutschland (SmED) eingestuft worden – einer Software, die Fachperso­nen der Patientenservicenummer bei der Ersteinschätzung unterstützt.

Im Durchschnitt dauerte die telefonische Ersteinschätzung 150 Sekunden. In dieser Zeit stellten die Fachpersonen mit Unterstützung der Software SmED durchschnittlich 17,8 Fragen und dokumentierten durchschnittlich 1,5 Beschwerden pro Anrufendem. 3,1 Prozent der Patienten wurden als medizinische Notfälle eingeschätzt und an den Rettungsdienst weitergeben.

Aufgrund der am Telefon geschilderten Symptome haben die Mitarbeiter der 116117 bei der Mehrheit der Anrufenden eine vertragsärztliche Abklärung innerhalb von 24 Stunden als sinnvoll erachtet. Bei jedem fünften Anrufenden (19,5 Prozent) konnte keine dringliche Behandlungsbedürftigkeit festgestellt werden.

„Die strukturierte medizinische Ersteinschätzung unterstützt Fachpersonen dabei, bei der 116117 An­ru­fende schnell und zuverlässig eine angemessene medizinische Versorgung zu vermitteln. Monatlich fin­den derzeit rund 130.000 telefonische Einschätzungen statt, Tendenz steigend“, erläuterte der Zi-Vor­standsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Die jetzt vorliegenden Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2021. Für das erste Quartal 2022 können die Daten zunächst nur mit einer mehrwöchigen Verzögerung abgebildet werden. Ab Mai 2022 sollen die Daten aber tagesaktuell aktualisiert werden.

Auf dieser Grundlage könne man mit dem neuen Informationssystem nahezu in Echtzeit Veränderun­gen bei gesundheitlichen Beschwerden erkennen, wegen der sich die gesetzlich Versicherten an die Ruf­nummer 116117 wenden.

„So lassen sich zum Beispiel Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen in Deutschland ziehen. Zudem sind tageszeitliche und saisonale Muster erkennbar“, sagte Stillfried. Dies helfe zum Beispiel medizini­schen Einrichtungen dabei, sich auf relevante Entwicklungen rechtzeitig vorzubereiten.

Die Software SmED basiert auf einer Entwicklung aus der Schweiz und wurde vom Zi für Deutschland adaptiert. Sie gibt eine Empfehlung zum Zeitpunkt ab, zu dem eine ärztliche Versorgung stattfinden sollte – sofort, schnellstmöglich, binnen 24 Stunden oder in den nächsten Tagen – und welche Versor­gungsebene grundsätzlich angemessen wäre. © hil/aerzteblatt.de

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