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Medizin

Auch bei familiärer Hypercholesterinämie senkt ein gesunder Lebensstil das KHK-Risiko

Donnerstag, 7. April 2022

psdesign1stock.adobe.com

Boston – Auch Hochrisikopatienten mit familiärer Hypercholesterinämie können ihr Risiko für koronare Herzkrankheit (KHK) durch einen gesunden Lebensstil drastisch senken. In einer Querschnittstudie hatten 75-Jährige Träger von Risikovarianten mit ungesundem Lebensstil ein KHK-Risiko von 66 %. Bei denjenigen mit einem gesunden Lebensstil habe es dagegen bei 35 % gelegen, berichten die Autoren in JAMA Network Open (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.2687).

Die Querschnittstudie nutzte 2 voneinander unabhängige Datensätze aus der UK Biobank, für die von 2006 bis 2010 mehr als 500.000 Menschen im Alter von 40 bis 69 Jahren rekrutiert worden waren. Für einen Teil dieser Menschen liegen auch Gensequenzierungsdaten und Informationen zum Lebensstil vor.

Als Träger einer Risikovariante für familiäre Hypercholesterinämie galten Menschen mit pathogenen oder wahrscheinlich pathogenen Varianten in den Genen LDLR, PCSK9 und APOB. Der Lebensstil wurde nach den Kriterien gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen und Abwesenheit von Adipositas beurteilt.

Fall-Kontrollstudie plus Kohortenstudie

Mit einem Datensatz führten die Forschenden um Akl Fahed vom Center for Genomic Medicine am Massachusetts General Hospital in Boston eine Fall-Kontrollstudie durch. Sie umfasste 4.896 Patienten mit KHK und 5.279 Kontrollen. Vorwiegend handelte es sich um Männer (67,1 %), die im Schnitt 58,6 Jahre alt waren.

Eine Risikovariante für familiäre Hypercholesterinämie wiesen 0,7 % der Fälle und 0,2 % der Kontrollen auf, was einer Odds Ratio (OR) von 3,0 (95-%-KI 1,6-5,9) entspricht.

Der zweite Datensatz diente der Durchführung einer Kohortenstudie mit 39.920 Teilnehmende. Hier überwog der Anteil an Frauen mit 52,9 % leicht und das Durchschnittsalter lag bei 66,4 Jahren. In der Kohorten­studie wurde bei 0,3 % der Teilnehmenden eine Risikovariante für familiäre Hypercholesterinämie nachgewiesen. Die Hazard Ratio für KHK lag bei 3,8 (95-%-KI 2,5-5,8).

KHK-Risiko hängt bei allen Teilnehmenden vom Lebensstil ab

Sowohl bei den Trägern als auch den Nicht-Trägern der Risikovariante für familiäre Hypercholesterinämie variierte das KHK-Risiko in Abhängigkeit vom Lebensstil. „Es gab keine signifikante Interaktion zwischen dem Trägerstatus und dem Lebensstil (OR 1,2 [95-%-KI 0,6-2,5]; p=0,62)“, berichten Fahed und seine Kollegen.

So hatten Träger einer Risikovariante, die einen gesunden Lebensstil pflegten, ein um 86 % niedrigeres Risiko für KHK als Risikovariantenträger mit ungesundem Lebensstil (HR 0,14 [95-%-KI 0,04-0,41]).

Bei Teilnehmenden ohne Risikovariante für familiäre Hypercholesterinämie reichte das geschätzte KHK-Risiko im Alter von 75 Jahren von 10,2 % bei denjenigen mit gesundem Lebensstil bis hin zu 24,0 % bei denjenigen mit ungesundem Lebensstil.

Erhöhtes KHK-Risiko, aber es ist reduzierbar

Bei den Teilnehmenden, die eine Risikovariante für familiäre Hypercholesterinämie in sich trugen, war das KHK-Risiko zwar höher, aber ebenso durch den Lebensstil modifizierbar: So betrug es bei einem gesunden Lebensstil 34,5 % und bei einem ungesunden Lebensstil 66,2 %.

„Unsere Studie zeigt, dass Träger von Risikovarianten für familiäre Hypercholesterinämie ein um mindes­tens das 3-fache erhöhtes Risiko für KHK haben, doch auch, dass ein gesunder Lebensstil sowohl bei Trägern als auch Nichtträgern der Risikovarianten mit einem niedrigeren KHK-Risiko assoziiert ist “, schlussfolgern die Autoren.

Dringender Behandlungsbedarf

„Menschen mit Risikovarianten für familiäre Hypercholesterinämie würden noch immer zu selten dia­gnos­tiziert und behandelt“, fahren sie fort. „Sie vermehrt ins Visier zu nehmen und Lebensstilinter­ventionen zuzuführen, könnte eine Möglichkeit sein, um Erkrankungen an KHK zu verhindern. © nec/aerzteblatt.de

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