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Medizin

Herzinsuffizienz: Intervalltraining verbessert Fitness im Frühstadium

Donnerstag, 7. April 2022

/Panya Studio, stock.adobe.com

Dallas – Ein hochintensives Intervalltraining, bei dem die Patienten immer wieder für kurze Zeit an ihre Leistungsgrenzen gehen, kann bei adipösen Patienten im Stadium A einer Herzinsuffizienz die körper­liche Fitness und die Herzfunktion verbessern. Die Gabe von Omega-3-Fettsäuren hat in einer kleineren randomisierten Studie in JACC Heart Failure (2022; DOI: 10.1016/j.jchf.2022.01.004) dagegen keine Wirkung erzielt.

Das Stadium A einer Herzinsuffizienz liegt nach der Leitlinie des American College of Cardiology und der American Heart Association (ACC/AHA) vor, wenn Patienten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Metabolisches Syndrom oder eine Koronare Herzkrankheit haben, aber noch keine Störung der Herzfunk­tion wie eine Pumpschwäche vorliegt.

Bei den 80 Teilnehmern der MTG-Studie („Improving Metabolic Health in Patients With Diastolic Dysfunction“) im Alter von 40 bis 55 Jahren bestanden die Risikofaktoren in einem leichten Anstieg des N-terminalen natriuretischen Peptids vom Pro-B-Typ (Marker einer Volumenbelastung) auf über 40 pg/ml oder des hochempfindlichen kardialen Troponins T auf über 0,6 pg/ml (Marker einer Myokardschädigung) sowie in einer viszeralen Fettmasse von mehr als 2 kg. Ein Abfall der Pumpleistung lag noch nicht vor.

Die Teilnehmer wurden auf ein hochintensives Intervalltraining (HITT) oder eine Vergleichsgruppe ran­domisiert. Die HITT-Gruppe traf sich 2 bis 3 Mal pro Woche zu Sportstunden, in denen sie an einem Ausdauertraining teilnahmen. Dabei wechselten sehr intensive Belastungsphasen mit weniger anstren­gen­den Phasen ab. Das Training fand unter Aufsicht statt, um bei Komplikationen rasch reagieren zu können. Den Teilnehmern der Kontrollgruppe wurden Yoga-Übungen angeboten.

In einer zweiten Randomisierung wurden die Patienten auf die Einahme von 1,6 g/Tag eines Omega-3-Säure-Ethylester oder eines Placebos (Olivenöl) randomisiert.

56 Teilnehmer konnten nach einem Jahr untersucht werden. In dieser Zeit hatte das HITT die Fitness deutlich verbessert. Die maximale Sauerstoffaufnahme war signifikant um 4,46 ml/kg/min (95-%-Konfidenzintervall 3,18 bis 5,56) oder relativ um 24 % zur Kontrollgruppe gestiegen.

Auch die kardialen Parameter verbesserten sich. Die linksventrikuläre Masse stieg um 9,40 g (4,36-14,44 g), das linksventrikuläre Volumen erhöhte sich um 12,33 ml (5,61-19,05 ml) und der Augmentationsindex (der die Aortenfunktion beschreibt) verbesserte sich um 4,81 % (0,98-8,63 %).

Obwohl die Teilnehmer der HITT-Gruppe 2,63 kg mehr abnahmen als die der Kontrollgruppe, hatte das Training keinen Einfluss auf das viszerale Fett und den myokardialen Triglyceridgehalt.

Die Einnahme der Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren hatte dagegen keine Auswirkungen auf die Herz­funktion.

Eine Einschränkung der Studie ist die hohe Abbrecherquote von 30 %. Sie zeigt auch, wie schwierig es ist, adipöse Menschen im mittleren Lebensalter für ein regelmäßiges Sportprogramm zu motivieren.

© rme/aerzteblatt.de

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