NewsÄrzteschaftLieferengpass von Tamoxifen betrifft mindestens 100.000 Patientinnen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Lieferengpass von Tamoxifen betrifft mindestens 100.000 Patientinnen

Montag, 21. März 2022

/MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Berlin/Bonn – Der Lieferengpass bei tamoxifenhaltigen Arzneimitteln zur Brustkrebstherapie betrifft mindestens 100.000 Patientinnen. Zu diesem Ergebnis kommt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) nach einer Auswertung von Arzneiverordnungsdaten für alle gesetzlich Krankenversi­cher­ten im Jahr 2021 und dem Januar 2022.

Im Januar 2022 hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Meldungen über Lieferengpässe tamoxifenhaltigen Arzneimittel erhalten. Es hatte in der Folge Ärzten unter anderem empfohlen, kleinere Packungen oder tamoxifenhaltige Präparate mit geringerer Stärke (zehn Milligramm statt 20 Milligramm) zu verordnen.

Eine Folge ist laut dem Zi, dass der Anteil der Verordnungen von Präparaten mit einer Wirkstärke von zehn Milligramm von durchschnittlich drei Prozent im zweiten Halbjahr 2021 auf neun Prozent im Januar 2022 gestiegen ist.

„Die Behandlung kann so zwar gesichert werden, aber die Patientinnen und Patienten werden durch die je Packung fällige Zuzahlung finanziell stärker belastet“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Der Industrieverband Pro Generika kritisierte unterdessen, dass der Preisdruck viele Hersteller zum Auf­ge­ben bewege: „So beträgt die Summe, die die Arzneimittelhersteller von den Krankenkassen für eine 100er-Packung Tamoxifen erhalten, gerademal 8,80 Euro“, teilte der Verband mit. Dieser Erstattungspreis sei unabhängig von steigenden Produktionskosten und anderen Unwägbarkeiten.

„Das bedeutet: Ein Hersteller muss zu diesem Preis kostendeckend produzieren. Schafft er das nicht, muss er sich aus der Versorgung zurückziehen“, erläuterte Pro Generika. Eben dies – nämlich der Rückzug aus der Versorgung – sei geschehen, so der Verband.

Laut dem BfArm wird der Engpass noch diesen Monat und den April andauern. „Aufgrund der zugesich­erten Lieferungen ist davon auszugehen, dass sich die Versorgungslage ab Mai 2022 deutlich entspan­nen wird“, hieß es aus dem Institut. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER