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Ausland

Israel eröffnet Feldkrankenhaus in der Ukraine

Dienstag, 22. März 2022

/Jakub Janele, stock.adobe.com

Tel Aviv/Mostyska – Israel hat ein Feldkrankenhaus in Mostyska im Westen der von Russland angegriffe­nen Ukraine eröffnet. Das 66-Betten-Lazarett soll von 65 Ärzten und Pflegekräften aus Israel betrieben werden.

Es könne bis zu 150 Patienten gleichzeitig versorgen, teilte das verantwortliche Schiba-Krankenhaus aus der Nähe von Tel Aviv im Vorfeld mit. Für den Aufbau und den Betrieb des Lazaretts bis Mitte April seien umgerechnet knapp 5,9 Millionen Euro veranschlagt.

Israel hat traditionell gute Beziehungen zu Russland und der Ukraine, Regierungschef Naftali Bennett ist an Vermittlungsbemühungen beteiligt. Israel ist auch wegen seiner Konflikte mit Syrien und dem Iran vom Wohlwollen Moskaus abhängig. Laut Medienberichten hat Israel deswegen eine Bitte der Ukraine nach Waffenlieferungen abgelehnt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am vergangenen Sonntag in einer Video-Botschaft Kritik geübt. Mit Blick auf die ständigen russischen Raketenangriffe sagte er: „Jeder in Israel weiß, dass Ihre Raketenabwehr die beste ist. Jeder weiß, dass Ihre Waffen stark sind.“

Für ihn stelle sich daher die Frage, warum Israels Regierung bisher weder Waffen an Kiew geliefert noch sich den westlichen Sanktionen gegen Moskau angeschlossen habe.

Das Lazarett mit dem Namen „Leuchtender Stern“ soll Flüchtlingen nahe der Grenze zu Polen helfen. Es besteht demnach unter anderem aus einer Notaufnahme sowie Abteilungen für Männer, Frauen und Kinder.

Geburten sollen möglich sein, und es soll ein Angebot für Telemedizin geben sowie psychologische Betreuung, ein Labor und eine Apotheke. Ein großer Teil des medizinischen Personals hat nach Angaben des Leiters, Joel Har-Even, ukrainische Wurzeln.

Ein Feldlazarett, an dem auch Deutschland beteiligt ist, soll nach Angaben Estlands ebenfalls bereits in der Ukraine angekommen sein. Weitere Informationen zur Nutzung sollten allerdings erst im Laufe der Woche bekannt gegeben werden.

Einen symbolischen Schlüssel zu dem Lazarett hatte die ukrainische Vizeverteidigungsministerin Hanna Maliar bereits im Februar, vor Beginn des Krieges, erhalten. Das verlegbare Feldlazarett wurde von Deutschland mit 5,3 Millionen Euro finanziert und von Estland gebaut. Es soll durch lokale Kräfte betrieben werden.

Seit Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 62 Gesundheitseinrichtungen angegriffen worden. Dabei seien 15 Menschen ums Leben gekommen und 37 verletzt worden, teilte eine Sprecherin in Genf mit. Die Berichte beziehen sich auf den Zeitraum 24. Februar bis 18. März. Nach Angaben der WHO wurden sie unabhängig geprüft.

Nähere Angaben zur Lage dieser Einrichtungen machte die Sprecherin nicht, „um weitere Schäden von den Überlebenden fernzuhalten“. Die WHO zählt dazu Angriffe auf Krankenhäuser, Praxen, Transporte mit Medikamenten und Material, Lagerhäuser, Personal und Patienten. Die WHO verurteilt solche Angriffe, die durch das Völkerrecht verboten sind. Zugang zu ärztlicher Hilfe sei ein Menschenrecht. © dpa/aerzteblatt.de

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