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Medizin

Studie: Sport in kleineren Gruppen kann Mobilität im Alter länger erhalten

Freitag, 25. März 2022

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Birmingham – Ein wöchentliches Sportprogramm hat kombiniert mit einer Schulung Senioren in einer randomisierten Studie geholfen, die Einschränkungen der Beweglichkeit zu begrenzen. Ein Rückgang der Stürze war laut der Publikation in Lancet Public Health (2022; DOI: 10.1016/S2468-26672200004-4) jedoch nicht nachweisbar.

Die zunehmende körperliche Schwäche schränkt im Alter die Mobilität von Senioren immer weiter ein, sie ist eine wichtige Ursache für die soziale Isolierung und den Verlust der Selbstständigkeit. Die US-amerikanische LIFE-Studie („Lifestyle Interventions and Independence for Elders“) hat vor 8 Jahren gezeigt, dass ein wöchentliches Sportprogramm die Mobilität von gebrechlichen Menschen im Alter verbessern kann.

Die Senioren, die mit einem Score von 7,4 Punkten auf der SPPB-Skala („Short Physical Performance Battery“) bereits deutliche Einschränkungen aufwiesen – der SPPB bewertet Gleichgewicht, Gehge­schwindigkeit und Beinkraft mit bis zu 12 Punkten – konnten durch ein regelmäßiges Training den weiteren Verlust ihrer Mobilität länger hinausschieben als in der Kontrollgruppe. Die Übungen waren jedoch personalintensiv und deshalb mit höheren Kosten verbunden (JAMA, 2014; DOI: 10.1001/jama.2014.5616).

Die britische REACT-Studie („Retirement in Action“) hat jetzt untersucht, ob der gleiche Effekt auch in Gruppentherapien erzielt werden kann. An der Studie nahmen 777 Senioren im Alter von durchschnitt­lich 77,6 Jahren teil, die mit einem SPPB-Wert von 7,37 dieselbe Gebrechlichkeit aufwiesen wie in der US-Studie. Die Hälfte der Senioren nahm an einem Sportprogramm teil, das anders als in der US-Studie in Gruppen mit 15 Personen angeboten wurde.

Die Sportstunden fanden in den ersten 12 Wochen 2 Mal wöchentlich und danach wöchentlich statt. Die Übungen waren auf die Fähigkeiten der Senioren abgestuft, die sich während der Sporteinheiten nicht mehr als 8 bis 13 Punkte auf der Borg-Skala (reicht von 6 bis 20 Punkten) belasten sollten. Ab der 9. Woche gab es zusätzliche Gruppensitzungen, in denen die Senioren erfuhren, wie sie mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen können. In der Vergleichsgruppe gab es keine Bewegungsangebote. Die Teilneh­mer wurden nur zu 3 Informationsabenden eingeladen, an denen auch die Nachuntersuchungen statt­fanden.

Wie Afroditi Stathi von der Universität Birmingham und Mitarbeiter berichten, konnten die Teilnehmer des Sportprogramms ihren SPPB-Wert auf 8,08 Punkte steigern gegenüber einem Wert von 7,59 in der Vergleichsgruppe. Die Differenz von 0,49 Punkten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,06 bis 0,92 Punkten signifikant. Sie war 3 mal so groß wie in der LIFE-Studie, was Stathi davon überzeugt, dass sich das Sportprogramm auch positiv auf die Lebensqualität auswirken wird.

Diese wird auch durch die im Alter häufiger werdenden Stürze eingeschränkt. In der LIFE-Studie war es zu einem Rückgang der Stürze um 34 % gekommen, in der REACT-Studie war ein solcher Vorteil nicht erkennbar, was an der geringeren Teilnehmerzahl (gegenüber 1.635 Senioren in der LIFE-Studie) gelegen haben könnte.

Ein Vorteil der Gruppenübungen sind die geringeren Kosten. Sie betrugen nach einer Kosten-Nutzen-Analyse in Lancet Public Health (2022; DOI: 10.1016/S2468-2667(22)00030-5) pro Senior und Jahr nur 622 Pfund. Dem standen Einsparungen von 725 Pfund durch eine geringere Inanspruchnahme von gesundheitlichen und sozialen Leistungen gegenüber, so dass die Intervention am Ende sogar einen Beitrag für einen sparsameren Umgang mit öffentlichen Geldern leisten könnte. © rme/aerzteblatt.de

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