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Medizin

Gleichzeitige Infektion mit Papillomaviren und Chlamydien erhöht das Risiko für Gebärmutterhalskrebs

Dienstag, 12. April 2022

/Crystal light, stock.adobe.com

Würzburg – Patientinnen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, sind häufig nicht nur mit dem huma­nen Papillomavirus (HPV), sondern gleichzeitig auch mit dem bakteriellen Erreger Chlamydia trachomatis infiziert.

Eine Arbeitsgruppe um Cindrilla Chumduri, Forschungsgruppenleiterin am Lehrstuhl für Mikro­biologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zeigte jetzt, das die Doppelinfektion das Risiko für die Krebserkrankung erhöhen kann. Die Arbeit ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen (2022; DOI: 10.1038/s41467-022-28569-1).

Die Forschergruppe entwickelte zunächst lebensechte Organnachbildungen des Gebärmutterhalses, – sogenannte 3D-Organoide – an denen sie die Wechselwirkungen zwischen den Krankheitserregern und den von ihnen befallenen Geweben sowie die Krankheitsprozesse untersuchte.

Die Forschung konzentrierte sich auf zwei Gewebetypen: die sogenannte Ektozervix – der Teil der Gebär­mutterhalsschleimhaut, der in die Vagina hineinragt – und die Endozervix. Dies ist jener Teil der Schleim­haut, der den Gebärmutterhals weiter innen auskleidet und die Verbindung zur Gebärmutter herstellt. „Die Bereiche, in denen Ekto- und Endozervix ineinander übergehen, bilden eine Übergangs­zone und sind besonders anfällig für Infektionen und Neoplasmen“, erklärte Chumduri.

Die Rolle von HPV bei der Krebsentstehung ist bekannt – anders ist es aber bei der Ko-Infektion mit Chlamydien. Das Problem sei, dass „im Gegensatz zu Tumorviren, deren DNA in Tumoren gefunden wer­den kann, mit Krebs assoziierte Bakterien selten nachweisbare Elemente in Krebszellen hinterlassen“, so Chumduri.

Die Arbeit an den den 3D-Organoiden eröffnete hier neue Möglichkeiten. „Unsere Analysen zeigen, dass HPV und Chlamydien eine einzigartige zelluläre Umprogrammierung des Wirts verursachen“, erklärte die Wissenschaftlerin. Die beiden Erreger regulierten mehrere Gene auf unterschiedliche Weise hoch oder herunter, was mit spezifischen Immunantworten verbunden sei. Unter anderem beeinflussten die Erreger Gene, die für die Reparatur von DNA-Schäden verantwortlich seien.

„Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Ko-Persistenz von HPV und Chlamydien in einer Stammzelle die zelluläre und genomische Stabilität beeinträchtigen und das Fortschreiten von Neoplasmen fördern könnte“, so das Fazit der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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