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Positives Fazit nach mehr als zwei Jahren HIV-Präexpositions­prophylaxe als Kassenleistung

Mittwoch, 23. März 2022

/magann, stock.adobe.com

Berlin – Gesetzlich Krankenversicherte mit einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko haben seit Septem­ber 2019 Anspruch auf eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Das Robert-Koch-Institut (RKI) zieht jetzt ein positives Fazit.

Danach ist die HIV-Prophylaxe sehr effektiv. Auch sei eine Zunahme anderer sexuell übertragbarer Infek­tionen mit Chlamydien, Gonokokken und Treponemen nicht zu beobachten, so die RKI-Arbeitsgruppe.

Die PrEP ist eine HIV-Präventionsmethode, bei der HIV-negative Personen ein bereits seit vielen Jahren für die HIV-Therapie zugelassenes Medikament (Tenofovirdisoproxil + Emtricitabin) einnehmen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

Der gesetzliche Anspruch auf PrEP umfasst die Beratung, die Versorgung mit den Arzneimitteln und die erforderlichen Untersuchungen. Die Einführung der PrEP wurde in einem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) finanzierten und vom RKI geleiteten Forschungsvorhaben begleitet und evaluiert.

Die Forscher schätzten, dass es zum Stand Ende Juni 2020 in Deutschland zwischen 15.600 und 21.600 PrEP-Nutzer gegeben habe. Sie waren in den ausgewerteten Studien und den Krankenkassendaten zum größten Teil männlich, im Alter zwischen 25 bis 45 Jahren und überwiegend deutscher Staatsange­hörig­keit oder Herkunft.

„In verschiedenen Datenquellen zeigten sich deutliche regionale Unterschiede beim PrEP-Gebrauch mit einer gehäuften PrEP- Nutzung in großstädtischen Gebieten, mit Berlin an der Spitze“, so die Forscher. Laut einer Substudie namens „National Evaluation of PrEP Outcomes and STIs - NEPOS“ zählt der Groß­teil der PrEP-Nutzer zur Gruppe von Männern, die Sex mit Männern haben (MSM).

„In Bezug auf HIV-Infektionen zeigte sich die PrEP im klinischen Alltag als hoch effektiv“, so die RKI-Wissenschaftler. Trotzdem bleibe unklar, ob die Zahl der PrEP-Nutzer ausreiche, um die HIV-Inzidenz mittel- und längerfristig nachhaltig zu reduzieren.

Die Inzidenz anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen nahm über den Studienverlauf nicht zu, sondern ging in einigen Studien laut der Evaluation sogar zurück. Allerdings sei unklar, wie sehr dies auch auf die SARS-CoV-2-Pandemie zurückzuführen sei, geben die Wissenschaftler zu bedenken. © mim/hil/aerzteblatt.de

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