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Medizin

Netzhautunter­suchungen könnten Hirnatrophie erfassen

Dienstag, 29. März 2022

/oz, stock.adobe.com

Bonn – Untersuchungen der Netzhaut des Auges könnten helfen, eine Hirnatrophie zu erfassen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Ihre Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen (DOI: 10.1038/s41598-022-06821-4).

Das DZNE erforscht im Rahmen einer großangelegten Populationsstudie im Bonner Stadtgebiet – der „Rheinland Studie“ – Schlüsselfaktoren für ein gesundes Leben. Für Untersuchungen im Zusammenhang mit der Netzhaut kooperieren die Wissenschaftler mit der Augenklinik des UKB.

„Es gibt Hinweise darauf, dass die Netzhaut gewissermaßen als Fenster ins Gehirn dienen kann. Unsere aktuellen Ergebnisse stützen diese These“, erläutert der Direktor der Klinik, Frank Holz.

Die Arbeitsgruppe analysierte die Netzhaut von fast 3.000 Teilnehmern der Rheinland Studie im Alter zwischen 30 und 94 Jahren mittels eines Verfahrens namens „Spectral domain-optische Kohärenztomo­grafie“ (SD-OCT) – es ermöglicht detaillierte Aufnahmen der Netzhaut und ihrer verschiedenen Schichten. Zusätzlich wurde das Gehirn der Probanden mittels Magnetresonanztomografie (MRT) vermessen.

Mithilfe von Algorithmen suchten die Forscher nach Zusammenhängen zwischen den Ergebnissen beider Analysen, also der Netzhautuntersuchung und des Hirn-MRTs.

„Es zeigte sich ein enger Zusammenhang zwischen Schichten der inneren Netzhaut und der weißen Substanz im Inneren des Gehirns – je dünner diese Netzhautschichten, umso geringer war das Volumen der weißen Hirnsubstanz“, berichtet Matthias Mauschitz, Assistenzarzt in der Augenklinik des UKB, Postdoc-Wissenschaftler im DZNE und Erstautor der aktuellen Veröffentlichung.

Im Gegensatz dazu waren Teile der äußeren Netzhaut vorrangig mit der grauen Substanz der Hirnrinde assoziiert. Im Okzipitallappen des Gehirns, in dem sich das Sehzentrum befindet, waren diese Zusam­men­hänge besonders stark ausgeprägt.

Auch anderenorts stießen die Forschenden auf entsprechende Zusammenhänge: „Interessanterweise korrelierte die Dicke verschiedener Netzhautschichten eng mit dem Volumen des Hippocampus. Das ist ein Bereich des Gehirns, der für das Erinnerungsvermögen eine zentrale Rolle spielt und bei Demenzen oft betroffen ist“, erläutert Robert Finger, leitender Oberarzt in der Augenklinik des UKB.

„Aufnahmen der Netzhaut mittels SD-OCT sind relativ einfach, nicht-invasiv und kostengünstig durchzu­führen. Die aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass solche Aufnahmen möglicherweise als Biomarker für Hirnatrophie geeignet sein und so als zusätzliche Verlaufskontrolle im Falle von bestimmten neurodege­nerativen Erkrankungen dienen könnten“, zieht Monique Breteler ein Fazit der Studie. Sie ist Direktorin für populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE und Leiterin der Rheinland Studie. © hil/aerzteblatt.de

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