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Medizin

Neuer in-vitro Allergietest mit Potenzial

Freitag, 8. April 2022

/kittyfly, stock.adobe.com

Bern – Ein neuer, zellbasierter in-vitro Assay deutet in einer Proof-of-Concept-Studie auf das Potenzial hin, die Diagnose von IgE-vermittelten Allergien zu vereinfachen und das therapeutische Ansprechen einer Behandlung zu quantifizieren.

Die Diagnose von Allergien ist relativ aufwendig und eine Therapie zeigt nicht immer den gewünschten Behandlungserfolg. Haut-Tests (Prick-Test) zur Allergiediagnose sind beispielsweise zeitaufwendig und mit gewissen Risiken verbunden, eine allergische Überreaktion auszulösen.

Da die Allergiediagnose und das Management eine relativ komplexe Herangehensweise erfordern, besteht ein hoher Bedarf an einfacheren und genauen Methoden, die eine objektive Diagnose ermöglichen, Behandlungsentscheidungen vereinfachen und das therapeutische Ansprechen quantifizieren können.

Zu diesem Zweck stellen Forscher aus Bern einen neuartigen Test vor (Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2022; DOI: 10.1016/j.jaci.2021.08.006), der die Diagnose von Allergien massiv vereinfachen und den Erfolg einer Therapie zuverlässig voraussagen soll.

Dafür haben die Wissenschaftler eine in-vitro-Zellkultur entwickelt mit Homöobox B8-Mastzellen (Hoxb8 MC), die aus Vorläuferstammzellen aus dem Knochenmark des Femurs von gentechnisch veränderten Mäuse gewonnen wurden, die transgen den menschlichen hochaffinen IgE-Rezeptor (FcεRIα) exprimier­ten. Diese Zellen können innerhalb von 5 Tagen nach der Kultivierung in nahezu unbegrenzter Anzahl reproduzierbar zu reifen Hoxb8-Mastzellen differenziert werden. Der Test basiert auf einer passiven Sensibilisierung von humanen hochaffinen IgE-Rezeptor-transgenen, Hoxb8 MCs mit Serumproben von Patienten.

Diese Mastzellen enthalten IgE-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche und verhalten sich sehr ähnlich wie die Mastzellen im menschlichen Körper, wenn sie mit IgE und Allergenen in Kontakt kommen. Beim Test werden diese Mastzellen mit Blutserum von Allergikerinnen und Allergikern in Kontakt gebracht – die IgE Antikörper aus dem Serum werden dadurch auf den Zellen gebunden – und danach mit den zu testenden Allergenen stimuliert. Die Aktivierung der Zellen lässt sich dann sehr einfach und schnell mittels sogenannter Durchflusszytometrie per Hochdurchsatz-Screening zu quantifizieren, betonen die Studienautoren.

Die in-vitro-Zellkultur ist laut Studienautoren gut dafür geeignet, den Gesamt-IgE-Spiegel genau zu messen und Allergene zu identifizieren. Darüber hinaus kann eine allergenspezifische Immuntherapie damit überwacht werden und der Zeitpunkt einer möglichen Toleranzinduktion festgestellt werden, schlagen die Forscher vor.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem Test innerhalb weniger Monate nach Beginn einer Immun­therapie messen können, ob und wie stark die Therapie anschlägt“, so die Einschätzung des Studien­autors Thomas Kaufmann vom Institut für Pharmakologie an der Universität Bern. „Dies wäre eine wichtige Entscheidungshilfe für die behandelnden Allergologinnen und Allergologen, ob es Sinn macht, die Therapie weiterzuführen oder nicht“, erläuterte Kaufmann. Ein weiteres denkbares Einsatzgebiet dieser in-vitro-Zellkultur wäre für klinischen Studien, um Therapieerfolge und Wirkdauer neuer Allergiemedikamente zu validieren.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser neuartige Mastzelltest ein nützliches Instrument sein könnte, um Kliniker bei der Identifizierung von IgE-vermittelten Allergien und bei der Quantifizierung der Wirksamkeit der Behandlung sowie der Dauer des therapeutischen Ansprechens zu unterstützen. Wer genau von diesem Ansatz genau profitieren wird und wie dieser in den klinischen Alltag integriert werden kann, muss mit noch weiteren Studien genauer analysiert werden, geben die Studienautoren zu bedenken. © cw/aerzteblatt.de

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