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Politik

SPD sucht Lösung für allgemeine Impfpflicht, Union bleibt hart

Dienstag, 29. März 2022

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Luka Dakskobler

Berlin – Gut eine Woche vor der geplanten Abstimmung des Bundestags über die allgemeine Corona­impf­pflicht verstärkt die SPD ihre Bemühungen, einen Kompromiss zu erzielen. Parteichefin Saskia Esken signalisierte heute eine Annäherung an Teile des Vorschlags der Union – holte sich damit aber bei CDU/­CSU umgehend eine Abfuhr.

„Eine stufenweise Umsetzung der Impfpflicht ist ein Ansatz, dem man sich annähern kann“, sagte Esken t-online.de. Auch die Forderung der Union nach einem Impfregister hält Esken für „vernünftig“. „Aber man darf es nicht zur Voraussetzung machen – denn dafür fehlt uns die Zeit. Man könnte aber parallel zur Umsetzung der Impfpflicht ein Impfregister aufbauen.“

„Insgesamt kann ich mir gut vorstellen, dass wir da zusammenkommen“, sagte Esken. Sie lehnte aller­dings den Grundgedanken des Unionsvorschlags ab, erst später zu entscheiden, ob eine Impfpflicht ein­geführt wird oder nicht. Die Verschiebung der Entscheidung „in die Mitte der nächsten Welle“ sei nämlich „überhaupt keine gute Idee“.

„Es ist gut, dass die SPD endlich realisiert, dass eine allgemeine Impfpflicht im Parlament keine Mehrheit hat“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU). Der Kompromiss der Union liege aber schon auf dem Tisch. Das „Impfvorsorgegesetz“ von CDU/CSU sei „der einzige gangbare Weg, um flexibel auf künftige Krisen zu reagieren und zugleich die Verhältnismäßigkeit zu wahren“.

„Eine starre Impfpflicht ab 18“ wäre dagegen „verfassungsrechtlich fragwürdig und wissenschaftlich an­greifbar“, sagte Sorge. Der Zuspruch anderer Fraktionen zu dem Unions-Vorschlag sei „ein gutes Zeichen“. Die Beratungen im Gesundheitsausschuss kommende Woche würden zeigen, „ob die Ampel für unseren Weg des Kompromisses bereit ist“.

Im Bundestag soll am Donnerstag kommender Woche über eine Impfpflicht abgestimmt werden. Der Gesundheitsausschuss soll davor eine Beschlussempfehlung erstellen. Bislang zeichnet sich jedoch für keinen der vorliegenden fünf Anträge eine Mehrheit ab.

Hinter einer Impfpflicht für alle ab 18 Jahren stehen unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sowie Vertreter von Grünen und FDP. Eine Beratungs­pflicht und eine mögliche Impfpflicht ab 50 sieht ein Antrag des FDP-Politikers Andrew Ullmann vor, der ebenfalls aus den Reihen der "Ampel" unterstützt wird.

Die Unionsfraktion will eine „gestufte“ Regelung – eine Impfpflicht könnte demnach für bestimmte Alters- oder Berufsgruppen vorgeschrieben werden. Dazu wäre aber ein gesonderter Beschluss nötig, weshalb die Union von einem „Impfvorsorgegesetz“ spricht. Schließlich gibt es noch zwei Gruppenan­träge, die eine Impfpflicht komplett ausschließen. © afp/aerzteblatt.de

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