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Jeder Zweite nimmt Nahrungs­ergänzungsmittel, Experten warnen

Mittwoch, 30. März 2022

/Aliaksandr Marko, stock.adobe.com

Berlin – Immer mehr Menschen in Deutschland greifen laut einer neuen Umfrage zu Nahrungsergän­zungs­mitteln. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hatte innerhalb der vergangenen sechs Monate ein oder mehrere solcher Mittel gekauft – dies zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucher­zentrale Bundesverband, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin heute vorlag. Nach einer Vorgän­geruntersuchung verwendeten 2016 erst 35 Prozent Nahrungsergänzungsmittel.

Ausschlaggebende Aspekte für den Kauf der Mittel waren der neuen Umfrage zufolge bei 67 Prozent der Käufer der Präparate die Inhaltsstoffe und bei 52 Prozent die damit verbundenen Gesundheitsaussagen. Jeweils rund zwei Fünftel kauften die Mittel in Apotheken oder Drogerien. 68 Prozent stimmen der Aus­sage zu, dass die Behörden die Unbedenklichkeit der Mittel überprüfen sollten.

Die Verbraucherzentrale forderte die Bundesregierung auf, Verbraucherinnen und Verbraucher vor ge­sund­heitlichen Risiken zu schützen und den Markt mit Nahrungsergänzungsmitteln strenger zu regulie­ren. Es sei inakzeptabel, dass die Politik diesen Milliarden-Markt nicht regele und vor Irreführung und gesundheitlichen Risiken schütze.

„Superfood fürs Immunsystem, Vitamin D gegen Coronaviren, Mineralstoffe für Schönheit von innen: Glaubt man den Werbeaussagen mancher Anbieter, können Nahrungsergänzungsmittel wahre Wunder bewirken“, sagte die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale, Christiane Seidel. „Tatsächlich können sie aber ernsthafte gesundheitliche Probleme wie Herz- und weitere Organschäden oder Muskel­schwäche verursachen.“

Seit fünf Jahren betreiben die Verbraucherzentralen das Internetportal www.klartext-nahrungsergaenzung.de zum Thema. Das dort tätige Expertenteam meldete seither 250 Produkte an die Überwachungsbehörden, die ihnen zuvor durch Verbraucheranfragen und -beschwerden zugetragen wurden, wie es hieß.

Besonders häufig warnten die Verbraucherzentralen demnach vor krebserregendem Ethylenoxid in pflanz­lichen Nahrungsergänzungsmitteln, vor unzulässigen Arzneisubstanzen, Salmonellen und zu hohen Dosierungen einzelner Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln – etwa zu viel Curcumin und Piperin in Kurkumaprodukten. Diese könnten leberschädigend wirken. © dpa/aerzteblatt.de

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