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Medizin

Wirkung der Homöopathie wegen „poor research“ möglicherweise immer noch überschätzt

Dienstag, 5. April 2022

/Björn Wylezich, stock.adobe.com

Krems – Erhebliche Mängel bei Studien zur Wirkung der Homöopathie sieht eine Arbeitsgruppe vom Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Donau-Universität Krems, Österreich, nach einer Metaanalyse.

Die Forscher sprechen im British Medical Journal (BMJ) von einem „besorgniserregenden Mangel an wissenschaftlichen und ethischen Standards in diesem Bereich“. Die schlechte Forschungspraxis lege nahe, dass die tatsächliche Wirkung der Homöopathie „erheblich“ überschätzt werden könnte, so das Autorenteam (DOI: 10.1136/bmjebm-2021-111846).

Die Arbeitsgruppe wollten herausfinden, ob die veröffentlichten klinischen Studien möglicherweise nicht alle wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie repräsentieren, sondern nur einige wenige, die positive Ergebnisse lieferten – dieses Verzerrungsphänomen ist auch aus anderen Bereichen bekannt. Bekanntlich wurden international entsprechende Studienregister eingerichtet, um dieses Risiko des Verschweigens negativer Studienergebnisse zu verringern.

Das Autorenteam durchsuchte also große internationale Register nach klinischen Studien, die bis April 2019 registriert wurden, und Forschungsdatenbanken, um die Veröffentlichung dieser Studien bis April 2021 zu verfolgen.

Die Forscher fanden heraus, dass seit 2002 fast 38 % der registrierten Homöopathiestudien unveröf­fentlicht blieben, während über die Hälfte (53 %) der veröffentlichten randomisierten kontrollierten Studien nicht registriert wurden. Sie stellten auch fest, dass Homöopathiestudien eher nach ihrem Beginn (retrospektiv) als vor ihrem Beginn (prospektiv) registriert wurden.

In einem weiteren Schritt kontrollierten das Wissenschaftlerteam, ob die primären Ergebnisse der regis­trierten Studien mit den tatsächlich veröffentlichten Ergebnissen übereinstimmen.

Tatsächlich stimmte ein Viertel (25 %) der veröffentlichten primären Ergebnisse nicht mit den ursprüng­lich registrierten überein, so ihr Ergebnis.

Zusammengefasst ergaben die Recherchen: Viele klinische Studien wurden nicht registriert und bei 1/4 der Studien, die registriert wurden, wurde das Hauptergebnis geändert. Außerdem blieben viele Studien komplett unveröffentlicht.

Die „mangelhafte Forschungspraxis beeinträchtigt wahrscheinlich die Aussagekraft der homöopathi­schen Literatur und könnte die tatsächliche Behandlungswirkung homöopathischer Mittel erheblich überschätzen“, so die Schlussfolgerung des Autorenteams. © hil/aerzteblatt.de

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