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Politik

BMG-Vorschlag: Coronaquarantäne künftig nur noch fünf Tage

Donnerstag, 31. März 2022

/sandsun, stock.adobe.com

Berlin – Angesichts der aktuellen Coronawelle mit vielen, aber meist leichteren Infektionen sollen die Quarantäneregeln vereinfacht werden. Die Dauer soll generell auf fünf Tage verkürzt werden, sieht ein Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor. Das Kon­zept wurde gestern an die Länder verschickt.

Bisher dauern Absonderungen in der Regel zehn Tage und können mit einem negativen Test frühestens nach sieben Tagen beendet werden. Konkret sollen Isolierungen, wenn man selbst infiziert ist, künftig noch fünf Tage dauern.

Empfohlen werden soll, freiwillig Kontakte zu reduzieren und – beginnend nach fünf Tagen – wiederholt Tests oder Selbsttests zu machen. Zudem soll „keine strenge Isolierung“ mehr vorgegeben werden. Eine formelle Anordnung des Gesundheitsamtes, die häufig jetzt schon nicht mehr erfolgt, soll künftig ent­fallen.

Auch die Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten soll dem Vorschlag zufolge künftig noch fünf Tage dauern und muss nicht mehr eine „strenge Quarantäne“ sein. Empfohlen werden soll, freiwillig Kontakte zu reduzieren und sich täglich zu testen.

Für Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Pflege soll demnach ebenfalls die Fünf-Tage-Regel gelten. Für das Beenden einer Isolierung wegen einer Infektion sieht der Vorschlag vor, dass man zuvor 48 Stunden ohne Symptome sein muss. Zudem soll man einen negativen Test vorlegen müssen, der frühestens am fünften Tag abgenommen werden kann.

Lauterbach hatte ausdrücklich angekündigt, dass die Länder noch eigene Vorschläge einbringen können. Ziel sei, dass man mit einer neuen Regelung in der nächsten Woche arbeiten könne.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, begrüßt die Vorschläge. „Die Omikron-Welle bringt zwar sehr viele Ansteckungen mit sich, die aber weit überwiegend leicht ver­lau­fen“, sagte er. Vor diesem Hintergrund komme der Vorschlag zur richtigen Zeit. „Wir würden ansonsten Gefahr laufen, dass wichtige Infrastruktur in Deutschland lahmgelegt werden würde.“

„Wenn es wissenschaftlich nachvollziehbar und gesundheitlich unbedenklich ist, ist eine Verkürzung der Quarantäne und Isolationszeit auf jeden Fall richtig“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausge­sell­schaft, Gerald Gaß.

Es müsse alles getan werden, damit Personalausfälle gerade in der kritischen Infrastruktur reduziert würden. „Gleichzeitig gilt aber unser Hauptinteresse natürlich auch der Gesundheit der Patienten und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Zu den Vorschlägen des Ministeriums und des RKI sollen nun zunächst die Länder Stellung nehmen können. Bundegesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte als Ziel genannt, dass man mit einer neuen Regelung in der nächsten Woche arbeiten könne. © dpa/aerzteblatt.de

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