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Kardiochirurgen fordern mehr Studien zur Behandlung von Aortenklappen­stenosen

Donnerstag, 31. März 2022

/dpa

Berlin – Behandlungsbedürftige Aortenklappenstenosen gehören in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Das Deutsche Aortenklappenregister (German Aortic Valve Registry, GARY) hat jetzt Fünf-Jahresergebnisse von insgesamt 18.010 Patienten nach kathetergestützter Aortenklappenimplantation (TAVI) oder herzchirurgischer Aortenklappenersatz (sAVR) veröffentlicht. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hin.

Für die Fünf-Jahresauswertung wurden Patienten mit wiederholten Eingriffen oder eindeutiger Indika­tion für eine der beiden Behandlungsoptionen ausgeschlossen. Entsprechend diesen Auswahlkriterien blieben insgesamt 13.223 Patienten in der Auswertungskohorte – 4.157 nach TAVI und 9.066 nach sAVR. Der wichtigste Endpunkt der Auswertung war die Fünf-Jahres-Gesamtsterblichkeit.

„Im Ergebnis hat sich für die Gesamtkohorte gezeigt, dass die TAVI-Patienten ein deutlich höheres Lebens­alter – im Durchschnitt 80plus – hatten (68,5 Jahre der Patienten sAVR), ebenso ein höheres Risikoprofil und eine höhere Fünf-Jahres-Sterblichkeit als die Patienten, welche einen konventionellen Aortenklappenersatz erhielten“, sagte der DGTHG-Experte Friedhelm Beyerdorf.

Die In-Hospital-Sterblichkeit TAVI versus sAVR lag bei 4,1 Prozent gegenüber 3,7 Prozent (P = 0,669). Während des Fünf-Jahres-Follow-up wurden 763 Todesfälle (41,9 Prozent) unter den mit TAVI-behandel­ten Patienten verzeichnet, verglichen mit 552 (30,3 Prozent) Todesfällen nach sAVR. Keine signifikanten Unterschiede ließen sich laut Beyerdorf zu den Endpunkten In-Hospital-Schlaganfall, Herzinfarkt oder vorübergehende beziehungsweise chronische Dialysenotwendigkeit finden.

„Eine wesentliche Botschaft dieser Auswertung ist, dass es in jedem Falle einer Langzeitbeobachtung bedarf, um zukünftig die richtigen Schlüsse für die Behandlung der Patienten zu ziehen, sowie etwaige Vor-, aber auch Nachteile unterschiedlicher Therapieverfahren differenziert bewerten zu können“, lautet ein Fazit der Fachgesellschaft. Sie fordert mehr multizentrische, herstellerunabhängige und langfristig angelegte Studien für evidenzbasierte Langzeitergebnisse.

Die aktuellen Ergebnisse aus GARY lieferten dazu einen wesentlichen Beitrag. „Des Weiteren ist und bleibt für die evidenzbasierte Behandlung herzkranker Patienten das multiprofessionelle, interdiszipli­näre Herz-Team von entscheidender Bedeutung“, betont die DGTHG. © hil/aerzteblatt.de

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