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Medizin

Intravenöse Eisensubstitution: Anaphylaxierisiko hängt stark von der Formulierung ab

Mittwoch, 20. April 2022

/Annabell Gsödl, stock.adobe.com

New Brunswick/New Jersey – Anaphylaktische Reaktionen sind vor allem bei älteren Patienten eine gefürchtete Komplikation der intravenösen Eisenbehandlung. Eine Analyse von Medicare-Daten in den Annals of Internal Medicine (2022; DOI: 10.7326/M21-4009) zeigt, dass die Wahl des Präparats das Risiko beeinflussen kann.

Die Gefahr von schweren allergischen Reaktionen hat dazu geführt, dass Ärzte bei einer Eisenmangel­anämie zunächst eine orale Substitution versuchen. Nicht alle Patienten vertragen jedoch die Eisen­tabletten und bei einigen liegen Resorptionsstörungen für Eisen vor, die die Substitution über den Darm erschweren. In diesen Fällen ist eine intravenöse Eisensubstitution unausweichlich.

Es ist bekannt, dass das Risiko von allergischen Reaktionen stark von der Formulierung des Eisens abhängt. Dies zeigt sich jetzt auch in einer Analyse von 167.925 Patienten im Alter ab 65 Jahre, die in den USA über Medicare krankenversichert sind.

Nach den von Chintan Dave von der Rutgers University in New Brunswick und Mitarbeitern vorgestellten Ergebnissen kam es nach der Gabe von Eisendextran am häufigsten zu anaphylaktischen Reaktionen. Die Inzidenz betrug 9,8 Fälle auf 10.000 Erstverabreichungen (95-%-Konfidenzintervall 6,2 bis 15,3 Fälle). Nach der Gabe von Ferumoxytol kam es zu 4,0 Fällen pro 10.000 Erstverabreichungen (2,5 bis 6,6 Fälle). Diese beiden Präparate waren die einzigen, bei denen schwere anaphylaktische Reaktionen eine Hospi­talisierung erforderlich machten.

Als weniger riskant haben sich Eisengluconat mit 1,5 Fällen (0,3 bis 6,6 Fälle), Eisensaccharose mit 1,2 Fällen (0,6 bis 2,5 Fälle) und Eisencarboxymaltose mit 0,8 Fällen (0,3 bis 2,6 Fälle) erwiesen. Die ana­phylaktischen Reaktionen waren auch milder und Hospitalisierungen nicht erforderlich.

Das hohe Risiko von Eisendextran wurde bisher auf Präparate mit hochmolekularem Dextran zurück­geführt (die inzwischen vom Markt genommen wurden). Nach den Berechnungen von Dave ist das Risiko nach dem Wechsel auf niedrigmolekulare Dextrane jedoch nicht zurückgegangen.

Die Gefahr einer Anaphylaxie ist laut Dave nur einer von vielen Faktoren, die bei der Wahl eines intra­venösen Eisenpräparats zu berücksichtigen sind. In der Praxis müssten auch die klinische Indikation, die Anzahl der erforderlichen intravenösen Eisenverabreichungen, das Risiko anderer Nebenwirkungen und nicht zuletzt auch die Kosten berücksichtig werden, schreibt der Mediziner. © rme/aerzteblatt.de

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