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Ärzteschaft

Traumanetzwerk soll Versorgung ukrainischer Kriegsverletzter unterstützen

Freitag, 1. April 2022

/picture alliance, NurPhoto, Beata Zawrzel

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) rechnet damit, dass kriegsverletzte Patien­ten aus der Ukraine künftig vermehrt nach Deutschland verlegt werden könnten. Die medizinische Be­handlung in deutschen Kliniken ergänzt die medizinische Behandlung in Krankenhäusern der Ukraine oder anderen helfenden Ländern.

Die zentrale Verteilung von Verletzten aus dem Ukraine-Krieg soll dabei grundsätzlich über das für COVID-19 aufgebaute Kleeblattprinzip der Länder erfolgen. Die DGU empfiehlt jedoch, bei der Koordi­nierung der Verletzten unbedingt die unfallchirurgische Expertise des Traumanetzwerks einzubringen.

Um das Verteilungsprinzip an die Behandlung Kriegsverletzter anzupassen, brauche es Strukturen der Unfallchirurgie.

„Innerhalb des Netzwerks ist eine medizinisch sinnvolle Verteilung schwerverletzter Patienten in geeignete Krankenhäuser unkompliziert binnen kürzester Zeit möglich“, beton­te DGU-Präsident Benedikt Friemert. Man habe die Strukturen in vielen Jahren aufgebaut und immer wieder erweitert, auch auf die Thematik schwerer Verletzungen bei Terroranschlägen – jetzt stelle man sich auf die Versorgung von Kriegsopfern ein.

Künftig werden vermehrt Patienten erwartet, bei denen Schuss- und Explosionsverletzungen oder andere kriegstypische Verwundungen bereits erstversorgt wurden und die nach Komplikationen oder zur Rekon­struktion in Deutschland nachbehandelt werden müssen. Dabei ist die gut etablierte Zusammen­arbeit im Team von Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen, Anästhesisten, Pflegekräften und anderen Fachrichtungen von höchster Bedeutung.

„Für diese langwierigen Behandlungen ist spezielle unfallchirurgische und interdisziplinäre bzw. inter­professionelle Expertise gefragt, die schnell über das Traumanetzwerk koordiniert werden kann“, bestä­tigte DGU-Generalsekretär Dietmar Pennig.

Die Ärzte des Traumanetzwerks könnten die Einschätzung erforderlicher Versorgungsressourcen sowie die systematische Zuordnung der Verletzten auf Kranken­häuser mit geeigneten Kapazitäten und Spezialisten optimal unterstützen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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