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Ärzteschaft

Streit um Verah-Care in Mecklen­burg-Vorpommern

Mittwoch, 6. April 2022

/picture alliance, Marijan Murat

Schwerin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern und die AOK Nordost strei­ten um die Verah-Care-Versorgung in dem Bundesland. Hintergrund ist die Kündigung eines Vertrages der AOK Nordost.

„Die AOK Nordost hat den Einsatz von besonders qualifizierten Versorgungsassistenten für die Versor­gung von Patienten in der Häuslichkeit zum 1. April 2022 beendet“, berichtet die KV. Von dem Einsatz der Verah-Care-Versorgungsassistenten hätten insbesondere Patienten profitiert, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Erkrankung auf eine besondere medizinische Hilfe in der Häuslichkeit angewiesen seien.

Seit der Beginn der Verah-Care Versorgung im Jahr 2014 haben laut der KV mehr als 300 Medizinische Fachangestellte die Qualifikation zur Verah-Care erworben. Sie betreuten zirka 8.000 Versicherte der AOK Nordost in Mecklenburg-Vorpommern.

Die AOK Nordost weist dagegen nach Anfrage des Deutschen Ärzteblattes auf die Unterschiede von „Ve­rah“ und „Verah-Care“ hin. „Die Gemeindeschwester Verah kann sich auch weiterhin um eine gute häus­liche Versorgung der Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern kümmern. Wie in allen anderen Bun­desländern auch, sind die Gemeindeschwestern Teil der Regelversorgung und können von den Ärzten mit allen Krankenkassen abgerechnet werden“, so die Kasse. Der Verah-Care-Vertrag sei hingegen ein zusätz­liches Angebot gewesen.

Er sollte ein spezielles Fallmanagement regeln und war laut der AOK nicht dazu gedacht, dauerhaft den Einsatz der Verah höher zu vergüten. Dieses Fallmanagement der Verah-Care-Versorgung sollte zeitlich begrenzt in akuten Situationen zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei einem Unfall oder einem plötz­lichen Pflegefall. Es beinhaltete unter anderem die Organisation einer Krankenhauseinweisung inklusive Fahrt ins Krankenhaus und die Organisation der Entlassung aus dem Krankenhaus.

Dennoch hätten die Ärzte praktisch bei jedem Hausbesuch ihrer Verah auch die gesonderten Leistungen des Fallmanagements abgerechnet, ohne diese nachzuweisen, so der Vorwurf der Kasse. „Wir können im Sinne unserer Versicherten diese intransparente Doppelfinanzierung nicht so weiterlaufen lassen“, erklär­te die AOK Nordost.

Die KV weist indes daraufhin, dass die Barmer, die Innungskrankenkasse Nord und die Land­wirtschaftli­che Krankenkasse an den Verträgen zu Verah-Care festhielten. „Durch die Beendigung des Vertrages wird nicht nur das Erreichte aufs Spiel gesetzt. Patienten und Ärzte werden zukünftig genau überlegen müs­sen, welche Krankenkasse sich nachhaltig in der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern engagiert“, kritisiert die KV in Hinblick auf die AOK-Entscheidung.

„Verah“ steht für „Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis“ – sie sind Medizinische Fachangestellte, die sich über eine Weiterbildungsmaßnahme fortgebildet haben. „Verah übernehmen arztentlastende, delegierte Aufgaben und unterstützen dadurch bei der Sicherstellung der Patientenbetreuung“, heißt es auf einer Internetseite des Instituts für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband zu den Verah. © hil/aerzteblatt.de

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