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Medizin

Atypischer Parkinson: Tauproteine verbreiten sich über Hirnnetzwerke

Freitag, 22. April 2022

/Artur, stock.adobe.com

München – Krankhafte Tauproteine verteilen sich bei atypischen Formen des Parkinsonsyndroms nicht wahllos im Gehirn. Vielmehr dienen Verbindungen zwischen den Nervenzellen als Ausbreitungsroute für die krankhaft veränderten Eiweiße.

Das berichtet ein internationaler Forschungsverbund unter Federführung des Klinikums der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkran­kungen im Fachjournal Nature Communications (2022; DOI: 10.1038/s41467-022-28896-3).

Atypische Formen des Parkinsonsyndroms sind zum Beispiel die „Progressive Supranukleäre Parese“ und das „Corticobasale Syndrom“. Die Krankheiten schreiten typischerweise rasch fort, wobei die Betroffenen zunehmende Beeinträchtigungen der Körper- und Blickmotorik, Stürze und Störungen der Hirnleistung zeigen.

In Untersuchungen an den Gehirnen verstorbener Patienten zeigte sich: In ihren Neuronen breiten sich mit zunehmender Krankheitsschwere krankhafte Tau-Proteine in Nervenzellen aus und die Neuronen sterben ab. „Daher ist es besonders wichtig, zu verstehen, über welche Wege sich die Tau-Eiweiße im Gehirn ausbreiten, um mögliche therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren, die das Fortschreiten der Erkrankung bremsen könnten“, erläutert Nicolai Franzmeier vom Institut für Schlaganfall- und Demenz­forschung des LMU Klinikums München.

Für die Studie haben die Wissenschaftler eine neuartige Bildgebungsmethode namens Tau-PET verwen­det. Damit haben sie Tau-Ablagerungen in den Gehirnen von 46 lebenden Patientinnen und Patienten mit PSP und CBS sichtbar gemacht. Anschließend kombinierten sie die Untersuchungsmethode mit funktionellen Magnetresonanztomografien (fMRT).

Dieses Verfahren enthüllt die Vernetzung zwischen einzelnen Hirnregionen. Über die Kombination von Tau-PET und fMRT „haben wir erstmals nachgewiesen, dass sich das Tau-Eiweiß bei PSP und CBS-Patien­tinnen und -Patienten vornehmlich entlang vernetzter Hirnregionen ausbreitet“, so Franzmeier.

Ihre Ergebnisse übertrugen die Forscher auf Daten von knapp 200 verstorbenen PSP-Patienten, bei denen die Tauablagerungen in den Nervenzellen in mehreren Gehirnregionen nach dem Tod gemessen wurden.

Außerdem kombinierten sie diese Daten verstorbener Patienten mit fMRT-basierten so genannten Netz­werkkarten des Gehirns. „Auch hier kann die Vernetzung der Hirnregionen das Muster der Tauablagerun­gen im Gehirn der Verstorbenen erklären“, berichtet Franzmeier.

Gehirnnetzwerke und die Verknüpfungen zwischen Hirnregionen spielten daher vermutlich eine zentrale Rolle in der Ausbreitung der Tau-Eiweiße bei den Patienten, folgern die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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