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Asklepios Studie: Gesetzlich Krankenversicherte erleben sich vor allem als Kostenfaktor

Dienstag, 12. April 2022

/studio v-zwoelf, stock.adobe.com

Hamburg – 77 Prozent der gesetzlich Versicherten haben den Eindruck, von den gesetzlichen Kranken­kassen vor allem als wirtschaftlicher Faktor gesehen zu werden, bei dem nicht das Wohl, sondern die Kosten im Mittelpunkt stehen. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Studie von 1.200 gesetzlich Versicherten, die heute von den Asklepios Kliniken vorgestellt wurde.

Weitere Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 86 Prozent der Befragten sagen, der Arzt oder die Ärztin solle über die beste Behandlung entscheiden, weniger die Krankenkasse. Und sogar 93 Prozent finden, die Prüfung von Qualität, Kosten und Leistungen sollten durch eine unabhängige Instanz erfolgen statt durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

„Die überwältigende Mehrheit der gesetzlich Versicherten erlebt die Kostenträger in erster Linie als ökonomisch getriebene Institutionen, für die das Wohl der Mitglieder eine untergeordnete Rolle spielt“, sagt Kai Hankeln, Vorstandsvorsitzender der Asklepios Kliniken.

Jedem zweiten GKV-Versicherten ist laut Umfrage bei der Wahl eines Krankenhauses die Ergebnis­qualität wichtiger als die Strukturqualität. Für 42 Prozent ist beides gleichermaßen wichtig. Für die Strukturqualität, bei der überprüft wird, wie Praxen und Kliniken mit Mitarbeitenden, Ärzten, Spezia­lisierten und medizinischen Geräten ausgestattet sind, sprechen sich nur acht Prozent aus.

„Die Fixierung der Kostenträger auf Strukturqualität wird von den Versicherten in keiner Weise geteilt“, so Hankeln. Er halte diese Haltung für vernünftig, da für die Patienten das Ergebnis einer Behandlung wichtig sei, während das bürokratische Vorgehen der GKV nur dazu diene, die Kostenerstattung für erbrachte Behandlungsleistungen zu vermeiden. Dies habe keinen greifbaren Vorteil für Patienten, so Hankeln.

Große Defizite offenbart die Umfrage bei den Bereichen Information und Transparenz. So finden zwei Drittel der Befragten die Kosten für Behandlungen und Medikamente nicht transparent – 84 Prozent wünschen sich solche Informationen von ihrer Krankenkasse. Nur knapp jeder Zweite gibt an, dass Zuzahlungen, die geleistet werden müssen, von der Krankenkasse transparent und nachvollziehbar erklärt werden.

Jeder zweite Befragte meint, dass Behandlungen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt sind, grundsätzlich nicht mehr übernommen werden sollten. 70 Prozent sind darüber hinaus dafür, dass Krankenkassen verpflichtet werden sollten, Angebote, die augenscheinlich der Werbung und dem Marketing dienen, einzuschränken oder zu streichen. © emi/aerzteblatt.de

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