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Medizin

Lungenkrebs: Neoadjuvante Immuntherapie verlängert ereignisfreies Überleben beim Frühkarzinom

Mittwoch, 13. April 2022

/Crystal light, stock.adobe.com

Baltimore – Die Erweiterung einer adjuvanten Chemotherapie um den Checkpoint-Inhibitor Nivolumab kann das Tumorwachstum nach der Operation eines nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) im Frühstadium deutlich länger aufhalten.

Dies zeigen die abschließenden Ergebnisse einer randomisierten Studie, die auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2202170) publiziert wurden. Die US-Arzneimittelagentur FDA hat die Behandlung Anfang März als 1. neoadjuvante Therapie für das Frühstadium des NSCLC zugelassen.

Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Krebstodesursache geblieben. Dies liegt nicht nur an dem bei der Diagnose häufig bereits fortgeschrittenen Erkrankungen. Auch im Frühstadium sind die Behandlungser­geb­nisse noch bescheiden. Standard ist hier derzeit eine platinbasierte Chemotherapie, die meist adju­vant, also nach der Operation erfolgt. Sie hat das Langzeitüberleben jedoch nur leicht verbessert.

Die guten Ergebnisse, die in fortgeschrittenen Stadien mit Checkpoint-Inhibitoren gemacht wurden, haben die Hersteller motiviert, die Immuntherapeutika auch im Frühstadium klinisch zu erproben.

In der randomisierten kontrollierten Phase-3-Studie CheckMate-816 wurde die übliche platinbasierten Chemotherapie bei der Hälfte der Patienten um eine Behandlung mit dem PD-1-Antikörper Nivolumab ergänzt. An der Studie nahmen 358 Patienten mit resektablem NSCLC im Stadium IB bis IIIA teil. Die Behand­lung erfolgte neoadjuvant, also vor der vorgesehenen Operation.

Erste Ergebnisse waren bereits auf der letzten Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt worden. Die zusätzliche Immuntherapie hatte den Anteil der Patienten, bei denen im Resektat keine vitalen Tumorzellen mehr nachgewiesen wurden, von 2,2 % auf 24 % erhöht.

Auch der Anteil der Patienten, bei denen zum Zeitpunkt der Operation keine Tumorgene im Blut („ctDNA“) nachweisbar waren, war von 35 % auf 56 % gestiegen (Die Tests waren in einer Teilgruppe von 89 Patienten durchgeführt worden). Beide Befunde ließen auf einen günstigen Einfluss auf das ereignisfreie und das Gesamtüberle­ben hoffen.

Nach den jetzt von Patrick Forde vom Johns Hopkins Kimmel Cancer Center in Baltimore und Mitar­beitern vorgestellten Ergebnissen hat die zusätzliche Immuntherapie das ereignisfreie Überleben von 20,8 auf 31,6 Monate verlängert. Die Hazard Ratio für eine Krankheitsprogression, ein Krankheitsrezidiv oder den Tod des Patienten von 0,63 war mit einem 97,38-%-Konfidenzintervall von 0,43 bis 0,91 signifikant.

Auch ein Vorteil beim Gesamtüberleben erscheint möglich, auch wenn in der aktuellen Analyse noch keine statistische Signifikanz erreicht wurde. Forde ermittelt für das Gesamtüberleben eine Hazard Ratio von 0,57 mit einem 99,67-%-Konfidenzintervall von 0,30 bis 1,07. Die Immuntherapie verbesserte die 2-Jahres-Überlebensrate von 70,6 % auf 82,7 %.

Der Gewinn im ereignisfreien Überleben wurde ohne Einbußen in der Verträglichkeit erreicht. Der Anteil mit behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse 3. bis 4. Grades war unter der kombinierten Immun­chemotherapie mit 34 % versus 37 % unter der alleinigen Chemotherapie nicht erhöht. Es kam auch nicht zu vermehrten operationsbedingten Ereignisse 3. bis 4. Grades (11 % bei der Kombination versus 15 % mit alleiniger Chemotherapie). Interessanterweise konnten nach der kombinierten Immun­chemotherapie mehr Patienten operiert werden (83 % versus 75 %).

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am 4. März das Präparat Opdivo (Nivolumab) als 1. Checkpoint­inhibitor für die neoadjuvante Behandlung des NSCLC im Stadium IB, II oder IIIA in Kombination mit einer Platin-basierten Chemotherapie zugelassen. © rme/aerzteblatt.de

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