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Neues Gremium soll Digitalisierung im ÖGD voranbringen

Dienstag, 12. April 2022

/momius, stock.adobe.com

Düsseldorf – Ein neues Gremium soll dabei helfen, die Digitalisierung der Gesundheitsämter voran­zubringen. Das Projektbüro Digitale Tools (PDT) will geeigneten Anwendungen die grundsätzliche Einsatzfähigkeit in den Gesundheitsämtern bescheinigen.

„Das Projektbüro ist ein wichtiger Baustein in einem effizienten und transparenten Digitalisierungs­prozess“, erklärte Dagmar Starke, kommissarische Leiterin der Akademie für Öffentliches Gesund­heitswesen (AÖGW) in Düsseldorf, wo das Projektbüro angesiedelt ist. Bislang fehle eine solche zentrale Stelle, was dazu führe, dass Anbieter von innovativen Lösungen viel Zeit in die Suche nach Ansprech­partnern im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) investieren mussten. Dort habe es für solche Fragen keinen zentralen Kontaktpunkt gegeben ­– der soll nun das PDT sein.

Anbieter sollen ihre digitalen Anwendungen auf freiwilliger Basis nach definierten Kriterien bewerten lassen können und anschließend im Erfolgsfall eine Empfehlung des PDT erhalten. Im Zentrum der Bewertung stehen demnach Nutzen, Usability, Datensicherheit, Skalierbarkeit und Interoperabilität. Vor dem tatsächlichen Einsatz seien allerdings noch landesspezifische Prüfungen nötig, zum Beispiel im Bereich des Datenschutzes – und natürlich der Abschluss entsprechender Vereinbarungen, die die Finanzierung regeln.

Die Bewertung führen zwei Beiräte durch, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit den eingereichten Tools beschäftigen. Im fachlichen Beirat sitzen Vertreter aus verschiedenen Ebenen des ÖGD, die zudem unterschiedlichen Fachrichtungen angehören. Sie bewerten den Nutzen beziehungsweise den Mehrwert einer Anwendung und ihre Usability.

Der technische Beirat wiederum setzt sich aus Vertretern verschiedener Institutionen und Experten zusammen, die die Einsatzfähigkeit des Tools in rechtlicher, technischer und semantischer Hinsicht beurteilen sollen. Neben dem Datenschutz zählt dazu beispielsweise die Interoperabilität, also die Möglichkeit der Verbindung der Anwendung zu anderen IT-Systemen.

Die Beurteilung orientiert sich an festgelegten Quality Gates, die das PDT in Zusammenarbeit mit Experten fixiert hat. „Konkret handelt es sich um Checklisten bzw. Fragenkataloge, die systematisch abgearbeitet werden“, erläuterte Frank Naundorf, Leiter Digitales und Kommunikation der AÖGW.

Fünf Schritte sind insgesamt im Verfahren vorgesehen: Es beginnt mit einer Vorprüfung, die das PDT durchführt. Interessierte Hersteller können über die Website des PDT Basisinformationen zu ihrer Anwendung eingeben. Erfüllt diese die Mindestanforderungen, prüfen der fachliche und technische Beitrat das Tool eingehender.

Bevor ein Tool empfohlen werden kann, ist zudem noch eine Pilotierung nötig. „Tools, die den Prozess erfolgreich durchlaufen haben, werden auf der Webseite veröffentlicht“, sagt Naundorf. So soll im Laufe der Zeit eine Übersicht über geeignete digitale Anwendungen für die Gesundheitsämter entstehen – ähnlich dem Verzeichnis für Digitale Gesundheitsanwendungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). © EB/ lau/aerzteblatt.de

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