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Viele Medizinische Fachangestellte verlassen Arztpraxen

Donnerstag, 14. April 2022

/picture alliance, Jochen Tack

Berlin – Obwohl der Beruf der Medizinischen Fachangestellten (MFA) der beliebteste Ausbildungsberuf bei Frauen in Deutschland ist, droht in Arztpraxen zunehmend ein Mitarbeitermangel. Ein Grund ist, dass Auszubildende nach Abschluss zunehmend ins Krankenhaus wechseln oder sich beruflich neu orien­tieren.

Eine Umfrage des PKV Instituts, Weiterbildungsanbieter für Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, unter knapp 200 MFAs und ZFAs signalisiert: 45 Prozent der befragten MFAs haben in den ver­gangenen zwölf Monaten Kündigungen von Teamkolleginnen miterlebt. 45 Prozent der Befragten gaben außerdem an, selbst unzufrieden im Job zu sein.

Laut der Umfrage ist neben der Bezahlung mangelnde Wertschätzung des Berufes ein wichtiger Grund für die Abwanderung: Während 52 Prozent der Befragten angaben, Wertschätzung innerhalb ihres Teams zu erfahren, erleben mit 35 Prozent deutlich weniger der Befragten auch ihre Praxisleitung als wert­schätzend. Viele MFAs berichten zudem von zunehmend respektlosem Verhalten durch Patienten.

Lediglich vier Prozent der Befragten schätzen die gesellschaftliche Anerkennung für ihren Beruf als sehr hoch ein, 24 Prozent als hoch. Dagegen empfinden 55 Prozent die gesellschaftliche Anerkennung als gering, 17 Prozent als sehr gering.

Nur jede fünfte Praxis erhebt laut Umfrage des PKV-Instituts regelmäßig und systematisch die Mitarbei­terzufriedenheit. Regelmäßige Zielvereinbarungs- und Mitarbeitergespräche stehen ebenso nur bei jeder fünften Befragten auf dem Plan.

„Auch wenn das in stressigen Zeiten besonders schwer ist: Wer sich Zeit nimmt und die Mitarbeiterpers­pektive einnimmt, der kann nur profitieren“, erläutert Beatrix Wackerhagen, die als MFA in einer Ge­meinschaftspraxis für Strahlentherapie und Radioonkologie in Hildesheim tätig ist.

„Um diesen Job gut zu machen, braucht man Rückhalt im Team“, betont sie. Es sei daher sehr wichtig, das Team zu stärken – zum Beispiel mit gemeinsamen Fortbildungen.

Steigende Mehrarbeit bei mangelnder Wertschätzung ist laut einer Erhebung der Ärztekammer Schleswig-Holstein der Hauptgrund für den Abbruch einer MFA-Ausbildung.

„Die Pflegenden in den Kliniken sowie die MFA in den Praxen haben in den vergangenen zwei Pandemie­jahren unter einer enormen Mehrbelastung gelitten. Steigende Personalausfälle verstärken den Druck auf das übriggebliebene medizinische Personal“, sagte der Präsident der Kammer, Henrik Herrmann.

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung, einer steigenden Erwartungshaltung der Patienten in der Pande­mie sowie geringer Wertschätzung spielten viele junge MFA mit dem Gedanken, die Patientenversorgung zu verlassen oder dem Gesundheitswesen ganz den Rücken zu kehren, warnte er. © hil/aerzteblatt.de

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