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Medizin

Schon wenig Bewegung könnte Risiko für Depressionen reduzieren

Freitag, 6. Mai 2022

/Dudarev Mikhail, stock.adobe.com

Cambridge – Für die psychische Gesundheit zählt offenbar jeder Schritt. Einer in JAMA Psychiatry publizierten Metaanalyse zufolge sind auch überschaubare Mengen an körperlicher Aktivität – weit unterhalb der offizi­ellen Empfehlungen –, mit einem signifikant reduzierten Depressionsrisiko verbunden (DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2022.0609).

Erstautor Matthew Pearce von der University of Cambridge School of Clinical Medicine, Cambridge, und seine Kollegen analysierten 15 prospektive Kohortenstudien mit insgesamt 191.130 Teilnehmenden und mehr als 2 Millionen Personenjahren Nachbeobachtung. Sie fanden eine inverse Dosis-Wirkungs­beziehung zwischen körperlicher Aktivität und Depressionserkrankungen. Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede im Depressionsrisiko bei den Teilnehmenden, die sich am wenigsten bewegten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt pro Woche 150-300 Minuten Bewegung von moderater Intensität oder 75-150 Minuten Bewegung von hoher Intensität.

Schon halb so viel Bewegung wie empfohlen nutzt

Im Vergleich zu Personen, die angaben, sich praktisch gar nicht zu bewegen, hatten diejenigen, die auf die Hälfte der wöchentlichen WHO-Empfehlung kamen, ein um 18 % niedrigeres Depressionsrisiko (RR 0,82 [95-%-KI 0,77-0,87]). Bei Personen, die die empfohlene Menge an körperlicher Aktivität pro Woche erreichten, war das Depressionsrisiko um 25 % (RR 0,75 [95-%-KI 0,68-0,82]) reduziert.

Was die Analyse ebenfalls zeigte: „Hinsichtlich des Depressionsrisikos hat es offenbar keinen Vorteil, über die empfohlene Menge an körperlicher Aktivität hinauszugehen“, so die Forschenden. Der potenzielle zusätzliche Nutzen nahm immer weiter ab und die Assoziation wurde insgesamt unsicherer.

Depressionen mit Bewegung verhindern?

Pearce und seine Co-Autoren berechneten, dass sich in den eingeschlossenen Kohorten 11,5 % (95-%-KI 7,7 %-15,4 %) aller Fälle von Depressionserkrankungen hätten verhindern lassen, wenn die betroffenen Teilnehmenden auf die empfohlene Menge an körperlicher Aktivität gekommen wären.

„Unsere Metaanalyse deutet darauf hin, dass körperliche Aktivität mit einem signifikanten Nutzen für die psychische Gesundheit einhergeht, der schon bei Aktivitätsmengen weit unterhalb der offiziellen Empfehlungen zu beobachten ist“, schlussfolgern die Autoren. „Ärztinnen und Ärzte sollten ihre Patienten darauf hinweisen, dass sich jedwede Steigerung der körperlichen Aktivität schon positiv auf ihre psychische Gesundheit auswirken kann.“ © nec/aerzteblatt.de

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