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Politik

Gematik: eID-Einführung wird verschoben

Dienstag, 19. April 2022

/tournee, stockadobecom

Berlin – Die elektronische Identität (eID) für die nächste Ausbaustufe der Telematikinfrastruktur (TI) verzögern sich. Das erklärte heute die Gematik auf Anfrage des Deutsches Ärzteblattes. Statt sich auf eine Deadline zu fokussieren, solle zuallererst eine funktionierende und sichere Anwendung entwickelt werden.

Der eID ergeht es wie dem eRezept: Standen bis Ende vergangenen Jahres noch gesetzlich festgeschriebene Fristen im Mittelpunkt, konzentriert sich die Gematik mittlerweile eher auf die Definition und Erfüllung von Qualitätskriterien als Voraussetzung für die Einführung neuer Anwendungen.

Eigentlich hätten alle Krankenkassen ihren Versicherten bis zum 1. Januar 2023 eine eID anbieten müssen: Das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) aus dem Frühjahr 2021 schrieb vor, dass Versicherte und Leistungserbringer ab 2023 solche digitalen Identitäten erhalten sollen, um sich zum Beispiel für eine Videosprechstunde oder bei digitalen Gesundheits­anwendungen sicher zu authentifizieren.

Die eID soll aber in wenigen Jahren schon eine viel grundlegendere Funktion erfüllen und der Identifizierung innerhalb der geplanten TI 2.0 dienen. Der Zugang zu dieser Neufassung der TI soll nicht mehr an den Standort gebunden sein: Die Fachdienste sollen dann zeit- und ortsunabhängig mittels eigener Endgeräte über das offene Internet erreichbar sein. Konnektoren, elektronische Heilberufs­ausweise (eHBA) und Institutionenkarten (SMC-B) werden dafür nicht mehr zwangsläufig benötigt.

Stattdessen sollen sich Versicherte und Leistungserbringer gleichermaßen mittels ihrer eID in der TI 2.0 bewegen können. Die Krankenkassen sollen dafür jeweils eigene Identitätsprovider einrichten, auf denen die Daten ihrer Versicherten hinterlegt sind. Die wiederum sollen sich dann per Single-Sign-On authentifizieren – statt wie bisher mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK).

Wie das Ganze im Detail funktionieren wird, ist jedoch längst noch nicht beschlossen. Die Gematik befindet sich derzeit noch in der Diskussion über die Einführung der eID, wie sie auf Anfrage bestätigt. „Wir bitten um Verständnis, dass wir aus diesem Grund aktuell noch keine finalen Aussagen tätigen können“, sagte ein Sprecher. Die mehrheitlich bundeseigene Digitalisierungsagentur gehe davon aus, in naher Zukunft konkretere Angaben dazu machen zu können.

„Die eIDs gehören zum Grundgerüst der TI 2.0 und sind zentrale Elemente sowohl für Versicherte als auch für Leistungserbringer. Da das ein extrem wichtiges Thema für die Weiterentwicklung der TI ist, muss das Konzept überzeugen und den vollen Nutzen entfalten“, so der Sprecher. © lau/aerzteblatt.de

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