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DRK: Versorgung mit Blutspenden in Sachsen schwierig

Mittwoch, 20. April 2022

/Aidman, stock.adobe.com

Dresden – Wegen der Osterferien, aber auch nach zwei Jahren Coronapandemie ist die Versorgung der Krankenhäuser mit Blutspenden in Sachsen aktuell am Limit.

„Die Situation ist sehr, sehr angespannt, aber wir sprechen noch nicht von Engpass“, sagte Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nordost auf Anfrage. Zugleich steige der Bedarf in den Krankenhäusern, wo seit den Lockerungen viele verschobene Operationen nachgeholt werden. Seit Wochen werde daher alles getan, um für das Thema Bluspende zu sensibilisieren und neue Spender zu gewinnen. „Im Moment zählt jeder Tropfen.“

Beeinträchtigt wird die Blutspende laut Schweiger durch „eine Vielzahl von Dingen“. So sei es in Ferien und über Feiertage immer eine Herausforderung, die Versorgung zu sichern, „weil dann weniger Menschen vor Ort sind“. Auch schönes Wetter lässt die Spendenbereitschaft kurfristig sinken.

Seit März 2020 steht zudem das DRK-Blutspendemobil wegen der Coronapandemie in der Garage. Dort sei zu wenig Platz, um die nötigen Abstände einzuhalten, wie auch an einigen der sonst üblichen Aktionsorte.

Laut Schweiger hat nicht zuletzt das immer noch sehr hohe Coronainfektions­geschehen negativen Einfluss auf das Spendenaufkommen. „Infizierte dürfen bis zur vollständigen Ausheilung nicht zur Blutspende, das sind vier Wochen.“

Und auch deren Kontaktpersonen fielen aus. Bei Blutspendeterminen gilt derzeit die 3G-Regelung – Zutritt erhalten ausschließlich Menschen, die den Status vollständig geimpft, genesen oder getestet vorweisen können.

„Die Pandemie ist eine Herausforderung.“ So brachen anfangs viele Terminorte aufgrund des zu geringen Platzes weg und Homeoffice torpedierte die Impfaktionen in den Firmen. Dazu käme, dass die Bedarfe aus den Kliniken schwanken und dann schnell reagiert werden muss. „Im Sommer 2020 und 2021 gingen sie um 30 Prozent nach oben.“

Zusammen mit Menschen, die auch in der Pandemie ganz treu seien, „haben wir es immer geschafft“, sagte Schweiger. Aber es habe Tage gegeben, wo nicht mal der Vorrat in einem Tag voraus zur Verfügung stand.“

Auf die Spender sei Verlass, auch wenn mehrere Tausend altersbedingt ausschieden. Umso mehr werbe das DRK um Spendernachwuchs, auch in den sozialen Medien. „Und Blutspender bringen Bekannte und Freunde mit.“

Aktuell reicht der Vorrat an Blutpräparaten in Sachsen für knapp zwei Tage, ideal wären fünf Tage. „Das schaffen wir seit Pandemiebeginn nicht mehr“, sagte Schweiger. Allerdings sind die vor allem für Krebspatienten wichtigen Blutplättchen nur fünf Tage haltbar, herkömmliche Blutkonserven indes etwa fünf Wochen. © dpa/aerzteblatt.de

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