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Medizin

COVID-19-Pandemie: Seelische Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Eltern

Donnerstag, 21. April 2022

/altanaka, stock.adobe.com

Köln – Die COVID-19-Pandemie ging für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern mit seelischen Belastungen einher. In der bundesweiten COPSY-Längsschnittsstudie haben Ulrike Ravens-Sieberer und Anne Kaman vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Co-Autorinnen sowie Co-Autoren das Belastungs­erleben und das Gesundheitsverhalten anhand einer Stichprobe genauer untersucht (Deutsches Ärzteblatt, 2022; DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0173).

Anhand international validierter Screening-Fragebögen gaben 1.618 Familien mit Kindern im Alter von 7-17 im Selbstbericht und im Elternbericht Auskunft zu: gesundheitsbezogener Lebensqualität, generalisierter Ängstlichkeit, depressiven Symptomen und psychosomatischen Beschwerden sowie zum Gesundheitsverhalten. Diese 3. von bisher 3 Befragungswellen im Rahmen der COPSY-Studie erfolgte im Zeitraum September-Oktober 2021.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden, dass sich auch eineinhalb Jahre nach Pandemiebeginn noch 82 % der Kinder und Jugendlichen durch die Pandemie belastet fühlten. Etwa 35 % empfanden ihr Lebensqualität als eingeschränkt, das entspricht etwa doppelt so vielen wie vor der Pandemie.

Auch die Häufigkeit psychosomatischer Beschwerden lag zum Zeitpunkt der Befragung deutlich über den Werten vor der Pandemie. Die Kinder und Jugendlichen erlebten die Pandemie als besonders belastend, wenn sie in beengtem Raum wohnten, einen Migrationshintergrund hatten, ihre Eltern eine niedrige Bildung aufwiesen oder unter einer psychischen Erkrankung litten.

Auch der Großteil der Eltern fühlte sich durch die Pandemie belastet. Während Beeinträchtigungen aufgrund des Verlusts sozialer Kontakte und eingeschränkter Freizeitaktivitäten leicht rückläufig waren, klagten sie im Herbst 2021 nach wie vor über organisatorische Probleme etwa bei der Kinderbetreuung/beim Homeschooling oder hinsichtlich der Vereinbarkeit von Arbeit und Kinderbetreuung.

Spannungen zu Hause und Familienstress haben zum Zeitpunkt der 3. Befragungswelle noch einmal leicht zugenommen. Der Anteil der Eltern mit depressiven Symptomen lag bei 17–24 %. Mütter und Eltern jüngerer Kinder waren signifikant stärker belastet und wiesen mehr depressive Symptome auf.

Die COPSY-Studie zeige, so die Autorinnen und Autoren, dass sowohl Eltern als auch Kinder und Jugendliche aus bestimmten Risiko­gruppen vulnerabel sind. Sie empfehlen, diese in medizinischen und psychotherapeutischen Praxen sowie Bildungseinrichtungen zu erfassen und durch niedrigschwellige Angebote der Prävention und Intervention zu unterstützen. © Se/aerzteblatt.de

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