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Politik

SPD-Politiker Ullrich zieht sich aus Anti-Dopingagentur zurück

Freitag, 22. April 2022

Frank Ullrich (SPD). /picture alliance, photothek, Thomas Trutschel

Berlin – Nach Vorwürfen im Zusammenhang mit Doping in der DDR hat der Vorsitzende des Bundestagssportausschusses und Biathlon-Olympiasieger, Frank Ullrich, sein Amt im Aufsichtsrat der Nationalen Anti-Dopingagentur (NADA) niedergelegt.

In einer Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wies der SPD-Politiker die Vorwürfe gegen ihn aber erneut zurück. Er habe „selbst keine Dopingmittel eingenommen, noch die Einnahme angewiesen oder selbst welche an Athleten verabreicht und auch nicht die Einnahme überwacht oder kontrolliert“.

Ullrich hatte sein Aufsichtsratsamt bereits vor gut zwei Wochen zunächst ruhen lassen. Er begründete das damit, dass er die Kritik abwägen und das Vertrauen von Dopingopfern nicht beschädigen wolle.

„Nachdem es eine Ruhensregelung nach den Regularien und Statuten der NADA nicht gibt, habe ich nach reiflicher Überlegung sowie Gesprächen mit meiner Fraktion beschlossen, das Amt gänzlich abzugeben“, erklärte Ullrich nun heute.

Er wolle mit der SED-Opferbeauftragten des Bundestags, Evelyn Zupke, nun zeitnah das Gespräch suchen. „Des Weiteren konzentriere ich mich voll und ganz auf meine verantwortungsvolle Aufgabe im Sportausschuss des Bundestages, um den deutschen Sport in seiner Gesamtheit weiterzuentwickeln.“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte Anfang April aus Unterlagen der DDR-Staatssicherheit zitiert, in denen der einstige Verbandsarzt des Deutschen Skiläufer-Verbandes der DDR (DSLV), Hans-Joachim Kämpfe, im Juli 1985 vermerkt haben soll, dass Ullrich und 20 andere Sportler zwischen Oktober 1985 und Januar 1986 mit dem Testosteronpräparat Oralturinabol gedopt werden sollten.

Der SPD-Politiker hatte daraufhin erklärt, dass er als aktiver Sportler oder Trainer „selbst wissentlich keine Berührung mit Dopingmitteln“ gehabt habe. „Und doch war ich Teil eines sportlichen Systems, das für uns Sportler mitunter schwer zu durchschauen war.

Die Stasiakte des Verbandsarztes, der für mich verantwortlich war, zeigt dies“, räumte Ullrich damals ein. Er könne sich seinen Namen in den Unterlagen nicht erklären, „zumal ich im dort angegebenen Zeitraum kein aktiver Sportler mehr war“.

Ullrich ist seit Mitte Dezember Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag, dem aufgrund der Statuten automatisch ein Platz im NADA-Aufsichtsrat zusteht.

Eine Kommission des Deutschen Skiverbands war 2009 zu dem Schluss gekommen, dass Ullrich in DDR-Zeiten „weder die Einnahme von Dopingmitteln angewiesen noch selbst welche an Athleten verabreicht und auch nicht die Einnahme überwacht beziehungsweise kontrolliert“ habe. Der DSV sah deshalb auch keinen Anlass für arbeits- oder dienstrechtliche Schritte sowie sportpolitische Konsequenzen gegen den damaligen Biathlon-Bundestrainer. © dpa/aerzteblatt.de

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