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Medizin

Schwere Hepatitis bei Kindern: WHO meldet weitere Fälle

Montag, 25. April 2022

/tashatuvango, stock.adobe.com

Genf – Die Ursache der schweren Hepatitis-Erkrankungen, die zuerst in Schottland aufgefallen waren, mittlerweile aber aus 11 Ländern gemeldet werden, ist weiterhin unklar. Ein kausaler Zusammenhang mit Infektionen durch Adenoviren, eventuell als Koinfektion mit SARS-CoV-2 konnte bisher nicht hergestellt werden.

Nach einer Pressemitteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Wochenende wurden bis zum 21. April mindestens 169 Fälle gemeldet. Die meisten Erkrankungen traten in Großbritannien und Nordirland (114), Spanien (13), Israel (12), den USA (9), Dänemark (6), Irland (< 5), Niederlande (4), Italien (4), Norwegen (2), Frankreich (2), Rumänien (1) und Belgien (1) auf. Aus Deutschland wurde bisher keine Erkrankung gemeldet.

Betroffen waren Kinder im Alter von 1 Monat bis 16 Jahren, die schwer an einer Hepatitis erkrankten. Bei 17 Kindern war eine Lebertransplantation erforderlich. Mindestens 2 Kinder sind am Leberversagen gestorben.

Die Kinder erkrankten akut mit einem Anstieg von Aspartattransaminase (AST) oder Alaninaminotransaminase (ALT) auf über 500 IE/l, verbunden mit einer Gelbsucht. Alle Tests auf die bekannten Hepatitis-Viren fielen negativ aus.

Bei vielen Patienten gingen der Hepatitis gastrointestinale Symptome voraus mit Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Dies dürfte den Verdacht auf Adenoviren gelenkt haben, die ein häufiger Auslöser von Darminfektionen im Kindesalter sind.

Tatsächlich wurde in mindestens 74 Fällen eine Infektion mit Adenoviren nachgewiesen. In 18 Fällen wurden Adenoviren vom Typ 41 identifiziert. Insgesamt 20 Patienten waren mit SARS-CoV-2 infiziert. In 19 Fällen war dies eine Koinfektion mit Adenoviren.

Laut dem „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) wird derzeit neben einer viralen Genese auch eine toxische Exposition untersucht. Die Befragungen zu Essen, Trinken und persönlichen Gewohnheiten hätten jedoch bisher keine gemeinsame Exposition ergeben, teilte das ECDC mit.

Nach Recherchen der US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) könnten erste Erkrankungen bereits im Oktober 2021 in einer Klinik in Alabama aufgetreten sein. Dort war ebenfalls eine mögliche Verbindung zum Adenovirus 41 aufgefallen. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 wurde jedoch in keinem der 9 Fälle nachgewiesen.

Die Gesundheitsbehörden in den USA und in Großbritannien haben die Ärzte aufgefordert, mögliche weitere Erkrankungen zu melden. Als Verdachtsfälle gelten alle Kinder unter 16 Jahren, bei denen es zu einer Hepatitis mit einem Anstieg der Leberenzyme gekommen ist. Die UK Health Security Agency rät zum Ausschluss bekannter Hepatitis-Erreger, zu denen neben den Hepatitis-Viren auch Enterovirus, CMV, EBV, HSV, Adenovirus, HHV6 and 7 und eine bakterielle Infektion mit Leptospira gehören. © rme/aerzteblatt.de

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