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Medizin

Dystoniepatienten profitieren von spezifischer Hirnstimulation

Mittwoch, 11. Mai 2022

/Alessandro Grandini, stock.adobe.com

Berlin – Die Dystonie ist eine neurologisch bedingte Bewegungs­störung. Bei ihren verschiedenen Formen ist es offenbar entschei­dend, bestimmte Netzwerke im Gehirn zu stimulieren, um die Beschwerden der Betroffenen zu lindern. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Charité – Universitätsmedizin Berlin in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.2114985119).

Eine Therapieoption für Patientinnen und Patienten mit Dystonie ist die Tiefe Hirnstimulation. Dabei werden feine Elektroden in spezi­fische Bereiche des Gehirns implantiert. Von dort senden sie schwache elektrische Signale, um die gestörte Hirnaktivität ins Gleichgewicht zu bringen.

„Bislang war jedoch unklar, wie genau die Stimulation auf die Symp­tome bei verschiedenen Formen der Dystonie angepasst werden muss“ erklärte Andrea Kühn, Leiterin der Studie sowie der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation an der Klinik für Neuro­logie mit Experimenteller Neurologie der Charité. Sie ist außer­dem Sprecherin des Transregio-Sonderforschungsbereiches „ReTune“, der die aktuelle Studie mit unterstützt hat.

Die Arbeitsgruppe untersuchte insgesamt 80 Patientinnen und Patienten, die entweder an generalisierter oder einer sogenannten zervikalen Dystonie erkrankt waren. Sie wurden an 5 verschiedenen Kliniken in Deutschland und Österreich mit Tiefer Hirnstimulation behandelt.

Die Wissenschaftler analysierten die genaue Platzierung der Elektro­den und konnten anschließend im Computer modellieren, welche Gehirnnetzwerke bei welchem Patienten aktiviert wurden. Die daraus entstandenen Netzwerkkarten glichen sie mit der Verbes­serung der Symptome ab und konnten so Rückschlüsse darauf ziehen, welche Netzwerke für den Therapieerfolg entscheidend waren.

Es zeigte sich: Das optimale Stimulationsnetzwerk ist davon abhän­gig, welche Form der Dystonie vorliegt. Bei der Patientengruppe mit zervikaler Dystonie war die elektrische Stimulation eines Netzwer­kes entscheidend, das unter anderem die Hals- und Kopfregion des primären Motorkortexes aktivierte.

Bei der Patientengruppe mit generalisierter Dystonie zeigte sich die Anregung eines anderen Netzwerks als vorteilhaft, das eine Projek­tion auf den gesamten primären Motorkortex einschloss.

„Unsere Studie zeigt also deutliche Unterschiede der optimalen Stimulationsstellen“, erläutert Andreas Horn, einer der Erstautoren der Studie. © hil/aerzteblatt.de

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