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Ärzteschaft

Korrektur von Fehlsichtigkeit verändert Risiko für Netzhautablösungen nicht

Montag, 25. April 2022

/oz, stock.adobe.com

München – Netzhautablösungen sind ein Notfall, der sofort augen­ärztlich behandelt werden muss. Kurzsichtige Menschen sind beson­ders häufig davon betroffen – auch nach einer operativen Beseiti­gung der Kurzsichtigkeit. Darauf weist die Deutsche Ophthalmolo­gische Gesellschaft (DOG) hin.

Netzhautablösungen beginnen meist mit kleinen Rissen oder Löchern in der Netzhaut. Diese nehmen laut der DOG weltweit zu. Betroffen seien meist Personen über 50 Jahre, Männer häufiger als Frauen. Zu den Risikofaktoren zähle vor allem Kurzsichtigkeit sowie Verletzungen des Augapfels, eine Grauen-Star-Operation und eine familiäre Vorgeschichte.

„Das Risiko steigt mit zunehmender Dioptrienzahl“, erläuterte der DOG-Experte Andreas Stahl. Denn je höher die Kurzsichtigkeit sei, desto länger sei im Regelfall das Auge. „Und in einem langen Auge wirken sich Zugkräfte an der Netzhaut stärker aus“, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde an der Universitäts­medizin Greifswald.

Eingriffe zur Korrektur der Kurzsichtigkeit könnten an diesen grundlegenden Mechanismen nichts ändern.

„Ein kurzsichtiges Auge bleibt zu lang gebaut, auch wenn man die Hornhaut lasert oder die Linse operiert“, stellt der Experte fest. Das höhere Risiko für einen Einriss der Netzhaut oder eine Netzhauta­blösung bestehe daher auch nach der Korrektur weiter. „Es ist im Gegenteil sogar wahrscheinlich, dass ein Linsenaustausch, der die Kurzsichtigkeit beseitigt, das Risiko für eine Netzhautablösung noch zusätzlich steigert“, so Stahl.

Er rät allen Kurzsichtigen, die Warnzeichen einer drohenden Netz­hautablösung zu kennen: „Wer neue bewegliche schwarze Punkte oder Nebel im Auge sieht, Blitze oder einen Schatten, der immer im selben Bereich des Gesichtsfeldes erscheint oder sogar größer wird, sollte spätestens am nächsten Tag eine Augenärztin oder einen Augenarzt aufsuchen“, empfiehlt er.

Eine Untersuchung des Augenhintergrundes mit weitgestellten Pupillen zeige dann, ob und wie stark die Netzhaut beeinträchtigt sei. © hil/aerzteblatt.de

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