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Suchtstelle: Weniger Tabak und Alkohol, aber weiter „zu viel“

Dienstag, 26. April 2022

/Nejron Photo, stock.adobe.com

Hamm – In Deutschland wird weniger geraucht und weniger Alkohol getrunken, doch der Konsum ist immer noch viel zu hoch nach Ansicht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).

Laut dem heute veröffentlichten „Jahrbuch Sucht 2022“ rauchten 2020 in Deutsch­land 24 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer ab 18. Allein 2018 seien 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens gestorben, so DHS-Geschäfts­führerin Christina Rummel. „In der Tabakprävention und Tabakkontrollpolitik bleibt also noch viel zu tun.“

Der Konsum von Fertigzigaretten sank 2021 um 2,8 Prozent auf 71,8 Milliarden, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von 863 entspricht (2020: 888). Das ist der niedrig­ste Wert seit der Wiedervereinigung. Dazu kamen laut Jahrbuch etwa 37,3 Milliar­den selbstgedrehte Zigaretten, 5,6 Prozent weniger als 2020.

Gestiegen ist der Konsum von Zigarren/Zigarillos um 1,4 Prozent auf 2,8 Milliar­den. Beim (Wasser-)Pfeifentabak nahm der Verbrauch sogar um 40 Prozent zu auf 8.387 Tonnen. Das erklärt die DHS mit der „anhaltenden Beliebtheit des speziellen Wasserpfeifentabaks, der vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Shishas geraucht wird“.

Die gesamtwirtschaftlichen Kosten, die auf das Rauchen zurückgehen, belaufen sich nach aktuellen Schätzungen in Deutschland auf 97,24 Milliarden Euro jährlich – davon sind 30,32 Milliarden direkte Kosten, etwa für die Behandlung tabakbe­dingter Krankheiten, und 66,92 Milliarden indirekte Kosten, etwa durch Produk­tivitätsausfälle.

Beim Alkohol bleibt Deutschland nach DHS-Angaben im internationalen Vergleich weiterhin ein Hochkonsumland, obwohl der Konsum seit längerer Zeit zurückgeht – von 14,4 Litern Reinalkohol 1970 auf 10,2 Liter 2019 pro Bundesbürger ab 15.

In einer Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag Deutschland 2019 beim Alkoholkonsum unter 44 Nationen auf Platz 13 und damit deutlich über dem Durchschnitt.

Laut DHS starben in Deutschland 2016 insgesamt 62.000 Menschen (19.000 Frauen und 43.000 Männer) an einer „alkoholbezogenen Todesursache“. Das waren vier Prozent aller Todesfälle unter Frauen und fast zehn Prozent aller Todesfälle unter Männern.

Um zu beurteilen, wie sich die Coronapandemie auf die Suchterkrankungen auswirkt, sei es noch zu früh, so die DHS weiter: „Fest steht allerdings schon jetzt: Wir müssen uns mehr denn je um besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen kümmern, wie beispielsweise Kinder aus Suchtfamilien.“ © kna/aerzteblatt.de

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