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Medizin

Biomarker signalisiert hohes Schlaganfallsiko nach Subarachnoidal­blutung

Mittwoch, 11. Mai 2022

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin – Bei einer bestimmten Form der Hirnblutung – der Subarach­noidal­blutung – ist das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall stark erhöht.

Eine Arbeitsgruppe der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat jetzt einen Biomarker identifiziert, der ein hohes Risiko für einen drohen­den Schlaganfall nach einer Subarachnoidalblutung anzeigt. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Brain erschienen (2022; DOI: 10.1093/brain/awab457).

Bei einer Subarachnoidalblutung breitet sich das Blut großflächig zwischen den das Hirn umgebenden Häuten aus. Dies ist ein neurolo­gischer Notfall, weshalb Betroffene umgehend intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Subarachnoidalblutungen können wiederum zu ischämischen Schlag­anfällen führen. Laut der Arbeitsgruppe entwickelt mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit schwerer Subarachnoidal­blutung innerhalb der ersten 2 Wochen nach der Blutung einen solchen Schlaganfall.

„Gerade bei Personen, die im Koma liegen und keine Auskunft über ihren Zustand geben können, ist es schwer zu beurteilen, wann sich ein neuer Hirninfarkt entwickeln könnte“, erläutert Jens Dreier vom Centrum für Schlaganfallforschung an der Charité und Erstautor der Publikation.

Die Forschungsgruppe konzentrierte sich bei ihrer Arbeit auf soge­nannte Spreading Depolarizations. Das sind massive elektrochemi­sche Entladungswel­len, die durch die giftigen Blutabbauprodukte der Hirnblutung hervorgerufen werden.

Die davon betroffenen Hirnareale benötigen dann sehr viel Energie, um wieder in den Normalzustand zurückzukehren. In einem gesunden Gehirn sind sehr kurze Depolarisationen von Nervenzellen normal und mit der Blutversorgung gekoppelt – das Gehirn kann die Gefäße dann entsprechend weit stellen und einen erhöhten Energiebedarf mit vermehrtem Blutfluss ausgleichen.

Treten die massiven, langdauernden und krankhaften Spreading Depolarizations jedoch nach einer Subarachnoidalblutung auf, können die Signale zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen gestört sein, so dass die Nervenzellentladung eine extreme Verengung der Gefäße auslöst. In der Folge droht ein ischämischer Schlaganfall.

Um die Spreading Depolarizations präzise zu messen, nutzten die Forscher die Elektrokortikografie, ein Verfahren der Neurointensiv­medizin zur elektrodiagnos­tischen Überwachung der Gehirnströme. Dafür wurden den Betroffenen mit Subarachnoidalblutung bei Klinikeinweisung Elektroden unter die harte Hirnhaut implantiert.

Zusätzlich verwendeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaft­ler bildge­bende Methoden. Sie werteten insgesamt rund 1.000 Bilder des Gehirns von 180 Patientinnen und Patienten mit Subarachnoidal­blutung aus. So stellten sie fest, dass durchschnittlich 46 Milliliter Hirngewebe in der Frühphase verloren gehen, also bereits, wenn die Betroffenen in die Klinik kommen.

Weitere durchschnittlich 36 Milliliter werden in den ersten 2 Wochen beschä­digt, während sich die Patientin oder der Patient in intensiv­medizinischer Behandlung befindet.

„Diese 36 Milliliter Hirngewebe könnten im Prinzip gerettet werden. Wir können die Entstehung der Hirninfarkte elektrodiagnostisch in einem Stadium nachweisen, in dem die Veränderungen noch reversi­bel und modifizierbar sind“, so Dreier. © hil/aerzteblatt.de

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