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Ärzteschaft

Augenärzte kritisieren Defizite bei der ophthalmologischen Überwachung von Diabetikern

Mittwoch, 27. April 2022

/Pavel Losevsky, stock.adobe.com

Düsseldorf – Mehr Aufklärung und Schulung von Diabetikern zu den Risiken der Erkrankung am Auge fordern der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und die Initiativgruppe zur Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA).

Hintergrund sind Zahlen im „Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes“ 2022. „Derzeit entgehen bis zu 50 Prozent der Menschen mit Diabetes aus verschiedensten Gründen einem leitliniengerechten Screening“, heißt es darin in Bezug auf Augenschäden bei Diabetes (Seite 90).

Zu hohe Blutzuckerwerte schädigen bekanntlich die kleinen Blutgefäße in der Netzhaut des Auges. Die S3-Leitlinie zur diabetischen Retinopathie und Makulopathie empfiehlt daher regelmäßige Augenuntersuchungen, da frühe Stadien der durch die Zuckerkrankheit verursachten Schäden am Auge keine Symptome hervorrufen. Bei Augenuntersuchungen ließen sich Veränderungen dagegen schon erkennen – und auch behandeln – bevor eine Sehverschlechterung eintrete, hieß es aus dem Berufsverband.

Diabetes-bedingte Netzhauterkrankungen sind für Menschen im berufstätigen Alter eine der häufigsten Ursachen für Sehbehinderung oder Blindheit. Nach Angaben der Gutenberg-Gesundheitsstudie liegt der Anteil der Menschen mit Diabetischer Retinopathie in Deutschland bei 1,53 Prozent der Gesamtbevölkerung – das sind 1.270.000 Betroffene – und bei 21,7 Prozent der Personen mit bekanntem Diabetes.

Dies ist laut den Verbänden ein vermeidbares Schicksal: „Mit einer Kombination guter Risikofaktoreinstellung, regelmäßiger Augenuntersuchungen und gegebenenfalls einer frühzeitigen augenärztlichen Behandlung kann das Sehvermögen erhalten werden“, betont Focke Ziemssen, Vorsitzender der IFDA. © hil/aerzteblatt.de

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