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Ärzteschaft

Scharfe Kritik an geplanten Grippeimpfungen in Apotheken

Donnerstag, 28. April 2022

/picture alliance, David Inderlied

Mainz – Scharfe Kritik an den geplanten Änderungen im Pflegebonusgesetz, wonach künftig Grippeimpfungen in Apotheken möglich sein sollen, hat die Vertreterversammlung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz geübt.

Eine Ausweitung des Impfrechtes auf Apothekerinnen und Apotheker lehnen die Delegierten in einer Resolution entschieden ab, die sei „ein Schritt in die falsche Richtung“.

Impfen stelle aus gutem Grund eine ureigene ärztliche Tätigkeit dar, sei fest in der ärztlichen Grundversorgung verankert und müsse auch weiterhin in den Händen von Ärztinnen und Ärzten bleiben, so betont die Vertreterversammlung der Landesärztekammer. Zudem gebe es genügend Ärzte, die impfen. Eine Regelversorgung mit Grippeschutzimpfungen in Apotheken zu etablieren, sei daher auch nicht nötig.

Zur Erhöhung der Durchimpfungsrate würden vielmehr gut verständliche und auf die verschiedenen Zielgruppen angepasste Informationen über das Impfen benötigt, die im Internet, auf sozialen Netzwerken, in Arztpraxen und auch in Apotheken zur Verfügung gestellt werden sollten.

Im Sinne des Patientenschutzes müsse die Impfung selbst jedoch unbedingt ärztliche Aufgabe bleiben, fordern die Delegierten.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) kritisiert die Pläne der Ampel-Koalition, Grippeschutzimpfungen künftig auch durch Apotheken durchführen zu lassen.

„Impfungen sind eine urärztliche Aufgabe und müssen in der Grundversorgung durch Praxen bleiben", betonte die KVSH-Vorstandsvorsitzende, Monika Schliffke. Wie sich in der Pandemie gezeigt hat, würden die Menschen Impfangebote in Apotheken kaum wahrnehmen.

Zudem gelte: Schwerwiegende Komplikationen, die beispielsweise im Falle eines allergischen Schocks auftreten könnten, seien auch bei Grippeimpfungen nicht ausgeschlossen und bedürfen sofortiger ärztlicher Notfallmaßnahmen.

„Das hohe Qualitätsniveau bei Impfungen darf nicht auf Kosten des Patientenwohls gefährdet werden“, so Schliffke. Dringender als jede Impfung in Apotheken sei die Arzneimittelversorgung im Notdienst durch Ärzte, zu der es unverändert keine gesetzliche Erlaubnis gebe.

„Die Apothekerschaft steht bereit, um die ärztlichen Impfangebote zu ergänzen – gegen Grippe ebenso wie gegen COVID-19. Wir erfüllen gerne die Wünsche der Patientinnen und Patienten und der Politik nach zusätzlichen Anlaufstellen für Impfungen“, betonte in diesem Zusammenhang Gabriele Regine Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Bislang liege die Impfquote trotz aller ärztlichen Angebote deutlich unter den 75 Prozent, die von offiziellen Stellen gefordert werden.

„Impfungen sind in Apotheken genauso sicher wie in Arztpraxen“, so Overwiening weiter. Die medizinischen Grundlagen würden durch mit der Bundesärztekammer (BÄK) abgestimmten Fortbildungen geschaffen. © EB/aha/aerzteblatt.de

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