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Medizin

Hohe Impfquote senkte Zahl der Todesfälle an COVID-19

Donnerstag, 28. April 2022

/picture alliance, PIXSELL, Hrvoje Jelavic

Atlanta – In US-Counties mit einer höheren Impfquote sind während der Alpha- und Delta-Welle deutlich weniger Menschen an COVID-19 erkrankt und gestorben.

Dies geht aus einer Untersuchung der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hervor, die im Britischen Ärzteblatt (BMJ, 2022; DOI:10.1136/bmj-2021-069317) veröffentlicht wurde.

In den USA sind mittlerweile 80 Millionen Menschen an COVID-19 erkrankt und fast 1 Million im Zusammenhang mit der Erkrankung gestorben, mehr als während der Spanischen Grippe von 1918.

Anders als damals gibt es seit mehr als 1 Jahr wirksame Impfstoffe, die in den klinischen Studien das Erkrankungsrisiko um etwa 95 % gesenkt haben. Die Impfstoffe haben deshalb sicherlich dazu beigetragen, die Zahl der schweren Erkrankungen und Todesfälle zu begrenzen.

Mitarbeiter der CDC in Atlanta haben die Auswirkungen der Impfungen jetzt in einer Beobachtungsstudie untersucht. Sie umfasst 2.558 Verwaltungsbezirke (Counties) in 48 US-Bundesstaaten mit etwa 80 % der Bevölkerung und den Zeitraum vom 13. Dezember 2020 bis zum 18. Dezember 2021, also das 1. Jahr nach Einführung der 1. Impfstoffe.

In diese Zeit fallen die beiden Erkrankungswellen mit der Alpha- und der Delta-Variante von SARS-CoV-2. In den 2.558 Counties sind in dieser Zeit 30.643.878 Fälle von COVID-19 und 439.682 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 gemeldet worden.

Nach den Berechnungen von Amitabh Bipin Suthar und Mitarbeitern gibt es einen fast linearen Zusammenhang zwischen der Impfquote und der Zahl der Erkrankun­gen beziehungsweise der Todesfälle. Jede Steigerung der Impfquote um 10 % war mit einer Verringerung der Sterblichkeit um 8 % (95-%-Konfidenzintervall 8 % bis 9 %) und mit einer Verringerung der Inzidenz um 7 % (6 % bis 8 %) assoziiert.

In der ersten Hälfte des Jahres, als die Alpha-Variante das Infektionsgeschehen beherrschte, ist es in Counties mit einer hohen Impfquote von über 70 % zu 81 % weniger COVID-19-Erkrankungen gekommen als in Counties, in denen weniger als 10 % geimpft waren.

Die Sterberate war um 80 % niedriger. In Counties mit einer mittleren Impfquote von 40 % bis 70 % betrug der Rückgang der Erkrankungen 75 % und der Todesfälle 70 %. Bei einer niedrigen Impfquote (10 % bis 40 %) erkrankten 60 % weniger an COVID-19 und starben 57 % weniger an oder mit COVID-19.

Für die zweite Jahreshälfte, als Delta die dominierende Variante war, fanden Suthar und Mitarbeiter einen ähnlichen Zusammenhang. Der Einfluss der Impfquote auf die Sterberate war gleich groß wie während der Alpha-Dominanz.

Der Einfluss der Impfungen auf die Erkrankungszahlen war etwas geringer. Dies könnte mit der geringeren Schutzwirkung der Impfungen vor Erkrankungen mit der Delta-Variante zusammenhängen. Der Schutz vor Todesfällen war jedoch erhalten geblieben.

Die Studie kann nicht klären, ob der Rückgang von Erkrankungen und Todesfällen auf die geimpften Personen beschränkt blieb oder ob es zu einer gewissen Herdenimmunität gekommen ist. © rme/aerzteblatt.de

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